Sek-Standorte reduzieren

Ausserrhoden muss handeln, will es auch in Zukunft und trotz massiven Rückgangs der Schülerzahlen in der Oberstufe eine attraktive, bezahlbare Schule anbieten. Das bedeutet unter anderem: Die Anzahl der Sekundarschul-Standorte von heute zwölf muss reduziert werden.

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Ausserrhoden muss handeln, will es auch in Zukunft und trotz massiven Rückgangs der Schülerzahlen in der Oberstufe eine attraktive, bezahlbare Schule anbieten. Das bedeutet unter anderem: Die Anzahl der Sekundarschul-Standorte von heute zwölf muss reduziert werden. Wie viele Sekundarschulen es künftig im Kanton geben soll, darüber scheiden sich die Geister. Das Departement Bildung hat das Problem rechtzeitig erkannt, Lösungsvorschläge gemacht und zur Diskussion gestellt. Das ist löblich, gerade weil die Vorschläge teils provokant sind.

Ausserrhoden sollte handeln. Doch die zentralen Lösungsvorschläge kommen in der Konsultation, an der notabene primär Direktbetroffene wie Lehrer, Schulleiter oder Behördenvertreter teilgenommen haben, nicht gut an. Vor allem die Gemeinden sind skeptisch. Sie wollen die Schulhoheit nicht hergeben. Dass gehandelt werden sollte, bestreitet eigentlich niemand, denn allen ist klar, dass innert Kürze viel zu wenig Oberstufenschüler (im Jahr 2012 werden es noch 1000 sein) sich in zu vielen Schulhäusern (aktuell zwölf) verlieren werden, wenn nichts geschieht.

Nur was soll geschehen? Von der vorgeschlagenen Reduktion von zwölf auf fünf Oberstufen-Standorte im Kanton wollen 59 Prozent in der Konsultation nichts wissen. Die Mehrheit will also ihr eigenes Gärtchen behalten. Doch vielleicht wachsen die Erdbeeren in Nachbars Garten schneller und sind erst noch aromatischer? Immerhin lässt sich im Umkehrschluss sagen, dass sich eine starke Minderheit von 41 Prozent diese radikale Reduktion der Sek-Standorte vorstellen kann.

Bei allem Verständnis, dass Schulthemen stets emotional und kontrovers diskutiert werden: Es geht hier um Sekundarschüler, also um 13- bis 16-Jährige, und nicht um Kindergärtler. Den Oberstufenschülern kann ein längerer Schulweg zugemutet werden. Ausserrhoden muss handeln, sollen die Kosten für die Volksschule nicht aus dem Ruder laufen und soll weiterhin ein effizienter Schulbetrieb möglich sein – im Sinne einer attraktiven Schule mit gut ausgebildeten Schülern. Und im Sinne der Staatskasse.

Benno Gämperle

b.gaemperle@appon.ch