Sechs Verletzte bei Hotelbrand

Im Golfhotel in Amriswil ist gestern früh ein Feuer ausgebrochen. Zusammen mit der Feuerwehr retteten Strassenbauer Ralf Schüssling und sein Lehrling insgesamt über 30 Personen und fünf Katzen.

Mirco Huser
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Die Löschfahrzeuge der Stützpunktfeuerwehren Amriswil und Romanshorn waren schnell vor Ort. (Bild: Ernesta Balmer)

Die Löschfahrzeuge der Stützpunktfeuerwehren Amriswil und Romanshorn waren schnell vor Ort. (Bild: Ernesta Balmer)

AMRISWIL. An den gestrigen Tag wird sich der Strassenbauer Ralf Schüssling sein Leben lang erinnern. Es ist der Tag, an dem er Leben rettete. Dabei fing der Freitag für ihn ganz normal an. Mit seinem Team erneuerte er das Trottoir der Sportplatzstrasse in Amriswil. Doch kurz vor sieben Uhr nahm er plötzlich einen seltsamen Geruch wahr. «Es roch nach verbranntem Plastik.»

Verbindungstür eingeschlagen

Als er zum gegenüberliegenden Gebäude hochschaute, sah er, wie Rauch aus einem der Fenster im zweiten Stockwerk des Golfhotels stieg. Ralf Schüssling reagierte sofort. «Ich habe die Feuerwehr angerufen und zwei Mitarbeiter von meinem Team angewiesen, die Baustelle zu räumen, damit die Löschfahrzeuge Platz haben.» Danach wollte er an den Wohnungen läuten, um die Bewohner auf das Feuer aufmerksam zu machen. «Da ein Teil des Gebäudes ein Hotel ist, gibt es aber keine Klingel.»

Um die Personen dennoch warnen zu können, rannten Schüssling und sein Lehrling die Treppen hoch. «Wir hämmerten an die Türen und schrien: <Es brennt, es brennt.> So konnten wir etwa sieben Personen alarmieren. Diese rannten anschliessend aus dem brennenden Gebäude.»

80 Einsatzkräfte vor Ort

Danach versuchten der Strassenbauer und sein Helfer in die anliegenden Wohnungen zu gelangen. «Die Verbindungstüre war abgeschlossen. Mein Lehrling und ich traten sie ein und konnten so nochmals etwa sechs Personen aus dem Gebäude begleiten», sagt er. Noch während der Rettungsaktion trafen die Feuerwehren Amriswil und Romanshorn an der Brandstelle ein. «Wir waren mit etwa 80 Einsatzkräften vor Ort und hatten den Brand schnell im Griff», sagt Andreas Bösch, Einsatzleiter der Feuerwehr Amriswil. Da die Rauchbildung sehr stark war, konnten die Bewohner das Haus nicht mehr über das Treppenhaus verlassen. «Wir mussten 21 Personen mit dem Hubretter aus ihren Wohnungen holen.» Ausserdem befreite die Feuerwehr etwa fünf Katzen aus dem brennenden Gebäude.

Grosser Sachschaden

«Die Hälfte der beiden obersten Stockwerke brannte. Bei unserer Ankunft war der Grossteil der anwesenden Bewohner schon an den Fenstern oder auf den Balkonen», erzählt Andreas Bösch. Für die Feuerwehr Amriswil war dieser Einsatz von der Anzahl Rettungen der bisher grösste. «Wir mussten noch nie annähernd so viele Menschen aus einem brennenden Gebäude holen», sagt Bösch. «Mein Team hat aber gut, effizient und schnell gearbeitet.» Von den 21 geretteten Menschen mussten sechs Personen wegen einer Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht werden.

Laut der Medienmitteilung der Kantonspolizei Thurgau dürfte sich der Sachschaden auf mehrere hunderttausend Franken belaufen. Zur Spurensicherung und Klärung der Brandursache waren der Brandermittlungsdienst und der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Thurgau vor Ort.

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