Sechs Monate Haft für randalierende Asylsuchende

ALTSTÄTTEN. Nach einem Tumult im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) für Asylsuchende in Altstätten SG hat die Staatsanwaltschaft gegen elf Männer aus Nordafrika unbedingte Freiheitsstrafen von sechs Monaten ausgesprochen. Die Strafbefehle sind noch nicht rechtskräftig.

Drucken
Teilen
Der Tumult im Empfangs- und Verfahrenszentrum Alstätten brach nach einer Untersuchung zweier Männer aus. (Bild: Ralph Ribi (Archiv))

Der Tumult im Empfangs- und Verfahrenszentrum Alstätten brach nach einer Untersuchung zweier Männer aus. (Bild: Ralph Ribi (Archiv))

Die von der Staatsanwaltschaft St. Gallen eingeleiteten Strafverfahren wegen Sachbeschädigung, Nötigung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte sind damit abgeschlossen, wie die Medienstelle der Staatsanwaltschaft St. Gallen am Montag mitteilte.

Alle Beteiligten wurden inzwischen wieder aus der Haft entlassen und auf andere Empfangszentren in der Schweiz verteilt. Die Männer hätten zehn Tage Zeit, gegen die Strafbefehle Einsprache zu erheben, sagte Staatsanwaltschaftssprecherin Natalie Häusler auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Staatsanwaltschaft kann mittels Strafbefehl Bussen und Geldstrafen von höchstens 180 Tagessätzen oder Freiheitsstrafen von höchstens sechs Monaten aussprechen. Die Asylsuchenden hätten eine enorme Gewalttätigkeit und ein sehr hohes Aggressionspotenzial gezeigt, obwohl sie erst kurz in der Schweiz seien, sagte Häusler zum Strafmass.

Asylsuchende verbarrikadierten sich

Am vergangenen Donnerstag kehrten zwei Tunesier verspätet ins EVZ von Altstätten zurück. Interne Sicherheitsleute stellten fest, dass die beiden Männer neues Schuhwerk an den Füssen trugen, und veranlassten eine Kontrolle.

Offenbar waren andere Asylsuchende nicht damit einverstanden, wie ihre Landsleute von den EVZ-Sicherheitsleuten kontrolliert wurden. Sie holten Stühle aus einem Raum und zertrümmerten diese. Danach hätten sie versucht, eine Scheibe zwischen Eingangsschleuse und Innenraum einzuschlagen.

Danach zogen sich die Asylsuchenden in ihre Schlafräume zurück und verbarrikadierten sich. Die Männer wurden von einer Sondereinheit der Polizei aus den Schlafräumen herausgeholt. Insgesamt wurden neun Tunesier, ein Marokkaner und ein Mann aus Libyen festgenommen. (sda)

Aktuelle Nachrichten