Sechs Mafiosi wieder frei

Gegen Kaution und mit verschiedenen Auflagen sind sechs Mitglieder der Frauenfelder 'Ndrangheta-Zelle aus der Auslieferungshaft entlassen worden.

Ida Sandl
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FRAUENFELD. Dienstag frühmorgens wurden sie verhaftet, das Wochenende verbringen sie bereits wieder in Freiheit. Von den 15 mutmasslichen Mafia-Mitgliedern, die im Thurgau, im Wallis und im Kanton Zürich festgenommen wurden, sind gestern sechs aus der Auslieferungshaft entlassen worden. «Sie wurden gegen Kaution und mit bestimmten Auflagen freigelassen», sagt Raphael Frei, Sprecher des Bundesamtes für Justiz.

Bundesamt entscheidet

Fünf der Entlassenen wohnen im Thurgau, einer im Kanton Zürich. Die Auflagen umfassen etwa Abgabe der Schriften und regelmässige Meldepflicht bei der Polizei, zählt Frei auf. Neun Verhaftete sitzen noch in Auslieferungshaft. Mit ihnen sei das Bundesamt für Justiz im Gespräch über Freilassungen gegen bestimmte Auflagen. Über die Höhe der Kaution macht das Bundesamt für Justiz keine Angaben. «Sie ist an die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse der Betroffenen angepasst», sagt Frei. Keiner der Festgenommenen will sich freiwillig nach Italien ausliefern lassen. Auch der Mann, der bei seiner Einvernahme grundsätzlich mit der Auslieferung einverstanden war, hat es sich anders überlegt. Nun muss das Bundesamt für Justiz über die Auslieferung entscheiden. Ein wichtiger Punkt werde dabei die doppelte Strafbarkeit sein. «Insbesondere die Frage, ob eine Auslieferung für Taten, die in der Schweiz begangen wurden, zu erfolgen hat.» Das Schweizer Recht sieht vor, dass bei einer solchen Konstellation nur ausnahmsweise eine Auslieferung erfolgt. In Italien werden die Männer wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gesucht.

Nur im besonderen Fall

Wie lange die Auslieferungsverfahren dauern werden, lasse sich noch nicht abschätzen. Gegen den Entscheid des Bundesamtes für Justiz können die Verdächtigen Beschwerde beim Bundesstrafgericht erheben. Danach sei ein Weiterzug ans Bundesgericht nur in besonderen Fällen möglich. Frei sagt: «Bei Hinweisen auf schwere Mängel des Strafverfahrens im Ausland.»