Schwingfest-Entscheid fällt 2021

Knapp 300 Abgeordnete der Schwingvereine haben sich am Wochenende in St. Gallen versammelt. Sie erliessen unter anderem einheitliche Regeln für alle Schwingfeste. Ob das Eidgenössische 2025 in St. Gallen stattfindet, wird in fünf Jahren entschieden.

Nina Rudnicki
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ST. GALLEN. Das Eidgenössische Schwingfest in St. Gallen: Einen Vorgeschmack darauf, wie es wäre, wenn dieser sportliche Grossanlass 2025 in St. Gallen stattfinden würde, gab es am Wochenende im Athletik Zentrum in St. Gallen. An der Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes trafen sich dort rund 300 Schwinger, um über wichtige Entscheide rund um das Schwingen zu diskutieren und abzustimmen.

«Genau das Richtige»

Eingeladen waren auch der St. Galler Regierungsrat Stefan Kölliker und der St. Galler Stadtrat Markus Buschor, die beide die Bedeutung des Schwingens für die Region würdigten. Das Eidgenössische 2025 mit dem möglichem Austragungsort St. Gallen war an der Versammlung allerdings kaum Thema. «Es ist erstens zeitlich noch zu weit entfernt, und zweitens gibt es mit Glarus und Schaffhausen ja noch zwei andere Bewerber», sagt Franz Inauen, Präsident des Organisationskomitees.

Die Meinung des OK-Präsidenten teilen auch viele der anderen Schwinger, wie sich in der Pause herausstellte. «Darüber wird in unserem Verband noch nicht geredet», sagt etwa Christian Schmutz, Delegierter des Südwestschweizer Schwingerverbands. «Aber natürlich bietet eine Stadt wie St. Gallen viele Möglichkeiten.» Und Tony Krieger, Luzerner Ehrenmitglied, sagt: «Wenn der FC St. Gallen schlechter abschneidet als der FC Luzern, dann kommen wir mit dem Eidgenössischen dafür gerne nach St. Gallen.»

Einzig der Toggenburger und dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden findet klare Worte: «Das Eidgenössische in St. Gallen wäre genau das Richtige. Das Beste, was uns passieren könnte.»

Für 125-Jahr-Jubiläum werben

Informiert wurde auch über das 125-Jahr-Jubiläum. Dieses soll im Jahr 2020 mit einem Jubiläumsschwingfest mit 120 Schwingern aus allen Teilverbänden gefeiert werden. Alle Teilverbände können sich um die Austragung bewerben.

Die Jahresrechnung 2015 schloss mit einer schwarzen Null ab. Für 2016 wird mit einem niedrigen vierstelligen Gewinn gerechnet. Jahresrechnung und Budget wurden stillschweigend genehmigt. Für Diskussionsstoff sorgten anschliessend aber drei Anträge zu den Gästebegehren. Im Schwingsport ist es so, dass die Veranstalter von Turnieren zweimal sechs Schwinger aus befreundeten Clubs oder Teilverbänden einladen können. Neu sollen es schweizweit einheitlich zweimal zehn Schwinger sein. Dagegen erwuchs Widerstand aus der Nordostschweiz und der Innerschweiz, wo sechs Regionalfeste – der Allweg-Schwinget, die Berchtold-Schwinget, der Herbstschwinget Siebnen, der Frühjahrsschwinget Pfäffikon, die Niklaus-Schwinget und der Olma-Schwinget – von alten Sonderregelungen profitieren. Die Delegierten stimmten den Anträgen zu, die sechs Regionalfeste behalten also ihren Sonderstatus. Ebenfalls gilt weiterhin ein Sonderstatus für Schwingclubs mit geographischen Verbindungen aus zwei verschiedenen Teilverbänden. Zudem dürfen die Schwinger ausserhalb des eigenen Teilverbandes vier statt zwei Regionalfeste bestreiten.

Deutlich abgelehnt wurde hingegen der Antrag der Glarner, dass die Vergabe des Eidgenössischen Schwingfestes fünf statt vier Jahre im voraus erfolgen sollte. So wird erst 2021 feststehen, ob das Eidgenössische 2025 nach St. Gallen kommt.