Schweizergarde
«Das ist Zweckentfremdung von Lotteriefondsgeldern» – St.Galler Grüne wehren sich gegen Hilfe für neue Kaserne für Schweizergarde in Rom

Die Päpstliche Schweizergarde in Rom ist der St.Galler Regierung etwas wert: Sie ist bereit, den Neubau der Kaserne mit 510000 Franken zu unterstützen – aus dem Lotteriefonds. Dagegen regt sich nun Widerstand.

Regula Weik
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Sie soll eine neue Kaserne erhalten: die Schweizer Garde in Rom.

Sie soll eine neue Kaserne erhalten: die Schweizer Garde in Rom.

Bild: Riccardo Antimiani/EPA ANSA

Mehr als eine halbe Million Franken ist die St.Galler Regierung bereit, an den Kasernenneubau für die Schweizergarde in Rom zu leisten – Geld aus dem Lotteriefonds. Die Fraktion der Grünen wehrt sich gegen diese «Zweckentfremdung» von Lotteriefondsgeldern.

«Die Regierung hat sich offensichtlich durch geschicktes Lobbying katholischer Kreise zu diesen rechtsstaatlich fragwürdigen Vorgehen verleiten lassen.»

Ihr Antrag wirke «willkürlich». Denn solche Infrastrukturprojekte ausserhalb von Kulturförderung und Denkmalpflege seien ausdrücklich von der Finanzierung durch den Lotteriefonds ausgeschlossen.

Sie lehnten einen Beitrag des Kantons an die neue Kaserne in Rom nicht kategorisch ab, stellen die Grünen klar. Aber dann eben aus dem ordentlichen Staatshaushalt.

Lange Verbundenheit mit Rom

St.Gallen habe eine lange Verbundenheit mit Rom und der Schweizergarde, begründet die Regierung den Beitrag an den Kasernenneubau. Derzeit leisten 15 Gardisten aus dem Kanton Dienst in der Schweizergarde. St.Gallen stellt damit am meisten Gardisten, gefolgt vom Kanton Wallis.

Von anderen Kantonen liegen bislang noch keine festen Zusagen für Beiträge an den 55 Millionen teuren Neubau vor. Die meisten sind noch am Abklären und Prüfen. Der Kanton Zürich dagegen hat signalisiert, dass er keine Unterstützung leisten will.

Ein Franken pro Einwohnerin oder Einwohner

Die Kantone wurden von der Kasernenstiftung um eine Beteiligung an den Kosten angefragt - ein Franken pro Einwohnerin oder Einwohner. Das erklärt denn auch den geplanten St.Galler Beitrag von 510000 Franken. Der Bundesrat hat bereits acht Millionen an den Kasernenneubau zugesagt. Private, kirchliche Organisationen sowie Stiftungen haben rund 15 Millionen zugesichert.

Das Kantonsparlament entscheidet nächste Woche über die Lotteriefondsbeiträge.