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Schweine erstickten durch Jauchegase: Landwirt in Mels verurteilt

Ein Landwirt aus der Region Werdenberg ist der mehrfachen Tierquälerei schuldig, so das jüngste Verdikt des Kreisgerichts Mels. Der Bauer hat wichtige Vorschriften des Tierwohls missachtet. In der Folge verletzten sich Kühe und 25 Schweine starben.
Reinhold Meier
(Symbolbild: Reto Martin)

(Symbolbild: Reto Martin)

Zu dem Unglück ist es gekommen, weil Gase aus der Jauchegrube die Tiere erstickt hatten. Das Güllebecken liegt direkt unter dem Stallboden des Mastviehs. In der Mitte klafft ein 30 Zentimeter grosses Loch, durch das die Antriebswelle des Rührwerks ragt. Diese war aber nicht abgedichtet. Als der Bauer nun düngen wollte, setzte er den Mixer in Bewegung, pumpte darauf die gequirlte Gülle ab und brachte sie schliesslich auf seinen Feldern aus. Mehrmals.

Das Schicksal nahm seinen Lauf, als durch das Aufrühren Schadgase in den Stall gelangten, bei jedem Quirlvorgang aufs Neue. Fenster und Türen waren währenddessen geschlossen gewesen. Am Ende erstickten die Tiere. Nachträglich stelle sich heraus, dass das Loch im Stallboden schon wegen der Sicherheit hätte ummantelt sein müssen. So hatte für die 25 Tiere vorab auch Verletzungsgefahr bestanden. Kurz nach dem Vorfall gab es darum eine ausserordentliche veterinäramtliche Untersuchung.

«Ich dachte, es wäre erledigt»

Dabei wurde bald klar, dass in drei weiteren Schweinebuchten Verletzungsgefahr für die Tiere bestanden hatte. Hier wies der Boden viel zu grosse Spaltbreiten auf. «Die raue Oberfläche wirkte wie eine Raffel», hielt die Anklage fest. Ferner stellte sich heraus, dass auch bei den Rindern nicht gerade alles zum Besten stand. Eine Kuh, die der Mann zum Schlachten brachte, hinkte, zeigte ältere, verkrustete Liegeschäden, dazu eine offene Wunde. In der Folge wurden vier Kühe mit Kotrallen vorgefunden. Sie hatten keinen sauberen Liegeplatz. Bei sechs weiteren Kühen fand man überlange Klauen, ein Tier zeigte Schmerzverhalten.

Der Beschuldigte präsentierte sich an Schranken ziemlich einsilbig. Manchmal sagte er gar nichts, und wenn, blieb er wortkarg.

«Ich dachte, die Sache ist erledigt», meinte er zum Einstieg.

Sinngemäss wollte er dann darauf hinaus, dass zwischenzeitlich alles zum Besten bestellt sei. Die Ummantelung sei eingebaut, die Klauen geschnitten und neue, saubere Liegeplätze geschaffen. Ja, das sei so, hielt das Gericht fest. Jetzt gehe es aber um die Vergangenheit. Und die wog nicht zuletzt deshalb schwer, weil der Mann bereits zwei Mal einschlägig vorbestraft war. 2015 und 2016 hatte es bedingte Geldstrafen gesetzt. «Hat das keinen Eindruck hinterlassen?», wollte der Richter wissen. Schweigen.

«Zwei Schüsse vor den Bug»

Die Anklage wollte, dass aus den Vorstrafen und dem aktuellen Fall eine so genannte Gesamtstrafe gebildet würde. Sie forderte eine Geldstrafe von 13.500 Franken, also 150 Tagessätze à 90 Franken, wegen zahlreicher teils, fahrlässiger, teils vorsätzlicher Verstösse gegen das Tierschutzgesetz. Die Verteidigung war nicht zum Plädoyer vertreten. Der Angeklagte hatte eine Woche vor dem Prozess das Mandat seiner Anwältin beendet. So plädierte er notgedrungen in eigener Sache und forderte, wenn auch etwas vereinfacht, «eine bedingte Strafe». Das durfte immerhin als ein gewisses Schuldgeständnis gewertet werden.

Das Gericht sprach den Mann denn auch antragsgemäss und in allen Punkten schuldig. Mit Blick auf seine wirtschaftlichen Verhältnisse setze es das Strafmass jedoch um ein Drittel herab, die Geldstrafe auf 9.000 Franken, also 150 Tagessätze à 60 Franken, dazu gabs eine Busse von 1200 Franken, statt der beantragten 1.800 Franken.

«Nach zwei Strafbefehlen hätten sie viel sensibler reagieren müssen», schrieb es dem Bauer ins Stammbuch.

Zweimal habe er einen Schuss vor den Bug erhalten, nun sei eine bedingte Strafe nicht mehr möglich. Auch die Verfahrenskosten von knapp 2.000 Franken bleiben beim Verurteilten hängen.

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