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SCHUSS: Die Taxi-Kidnapper

Wegen des Rausschmisses aus einem Club wollten sich zwei Männer an den Türstehern rächen und kreuzten mit einer Waffe auf.
Marc Sieger

Beim Club «Zur Wunderkammer» in Bürglen feuerte vergangenes Wochenende ein 26-Jähriger eine Pistole ab. Der Schütze und sein 25-jähriger Kollege waren in der Nacht auf Sonntag aus dem Club geworfen worden, nachdem sie negativ aufgefallen waren. Dabei wurden zwei Türsteher verletzt und mussten im Spital behandelt werden. Die beiden schmiedeten derweil Rachepläne.

Mit Koks und Pistole zurück in den Club

Im Taxi eines Frauenfelder Unternehmens fuhren sie nach Uzwil. «Kurz vor vier Uhr standen die beiden mitten auf der Strasse und zwangen mich so anzuhalten», erzählt Taxifahrer Fabian H. Er habe die beiden zuerst noch zum Club zurückfahren müssen, da sie ein Handy vergessen hätten. Kurz vor Uttwil habe der Ältere dann zum Jüngeren gesagt, er gehe Drogen und eine Pistole aus seinem Depot holen. Der 25-Jährige solle in der Zwischenzeit aufpassen, dass der Taxifahrer nicht abhaue. Kurz darauf kam der 26-Jährige mit Koks und einem Revolver zurück. «Er sagte, sie wollen zurück zum Club, um die Türsteher niederzuschiessen», erzählt Fabian H.

Der Taxifahrer bewahrte die Ruhe, selbst als ihn der Schütze mit der Pistole bedrohte. «Er sagte mir, ich solle keinen Seich machen. Ich erwiderte, dass ich sie fahren würde. Das sei schliesslich mein Job.» Als die beiden kurz nicht aufpassten, gelang Fabian H. jedoch, eine Nachricht an Taxikollegen zu senden. Er schrieb, er habe zwei «Psychos» im Auto und die Polizei solle verständigt werden.

Waffe aufs Dach geworfen und davongerannt

Beim Club Zur Wunderkammer wartete diese bereits. «Die Beamten hielten sich zunächst im Hintergrund auf», erzählt der Taxifahrer. Der 26-Jährige und sein Kollege stiegen aus und bedrohten die Türsteher mit dem Revolver. «Der Schütze hielt einem die Pistole an den Kopf», schildert der Chauffeur. Drei Personen versuchten zu fliehen. Der Schütze verfolgte sie hinter den Club. Dort fiel dann der Schuss. Verletzt wurde dabei niemand. Als die Polizisten einschritten, flohen der 26-Jährige und sein Begleiter. «Der Schütze versuchte die Pistole auf ein Dach zu werfen und rannte dann davon», erinnert sich der Taxifahrer.

Rheintaler haben sich bei Taxifahrt verplappert

Die jungen Männer erwähnten während der Fahrt, sie kämen aus der Region um Heerbrugg. Die Polizei konnte die beiden nach kurzer Fahndung dann auch im Rheintal festnehmen. Sie befinden sich nun in Untersuchungshaft. Der Ausflug der beiden Rheintaler hat Fabian H. knapp 400 Franken gekostet. Er lässt sich von dem Erlebnis nicht einschüchtern. Bei der «Wunderkammer» ist man schockiert. «Es gibt einem zu denken, wenn man sich wegen einer Wegweisung von einem Club prügeln und anschliessend seine Waffe holen muss», sagt Clubbetreiber Dorian Kostanjsek. Normalerweise sei das Publikum sehr friedlich.

Marc Sieger

marc.sieger@thurgauerzeitung.ch

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