SCHUMMEL-SCHÜLER: Wer spickt, riskiert die Matura

Im Kanton Luzern können Maturanden, die während des letzten Schuljahres spicken, von der Maturaprüfung ausgeschlossen werden. Die Ostschweizer Kantone sind weniger streng. Mogeln bei der Maturaprüfung ahnden sie aber unterschiedlich.

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Spicken bei der Maturaprüfung kann Schüler den Abschluss kosten. Unter dem Jahr sind die Konsequenzen in der Ostschweiz weniger gross als in Luzern. (Bild: Keystone)

Spicken bei der Maturaprüfung kann Schüler den Abschluss kosten. Unter dem Jahr sind die Konsequenzen in der Ostschweiz weniger gross als in Luzern. (Bild: Keystone)

Im Kanton Luzern sind die Schulmeister streng: Spickende Kantischüler können für die Maturaprüfung gesperrt werden, bevor diese überhaupt begonnen hat. Wer im letzten Schuljahr bei einer Prüfung schummelt, die als Teil der Erfahrungsnote ins Maturazeugnis einfliesst, kann von der Maturaprüfung ausgeschlossen werden. Diese Regelung wurde nun auf eine neue Rechtsgrundlage gestellt.

In den Ostschweizer Kantonen sind die Konsequenzen weniger drastisch. Zwar können mogelnde Schüler mit schlechten Prüfungsnoten bestraft werden. An der Maturaprüfung dürfen sie dennoch teilnehmen. Richtig ernst wird es erst, wenn Schülerinnen und Schüler bei den eigentlichen Maturaprüfungen ertappt werden.

Handys und Armbanduhren sind verboten

An der Kantonsschule Trogen will man das Problem der schummelnden Schüler nicht kennen. "Wir haben keine Probleme mit Spicken", sagt Johannes Schläpfer, Rektor an der Kantonsschule Trogen. "An den Maturaprüfungen müssen allerdings sämtliche Mobiltelefone abgeschaltet werden." Zudem seien Armbanduhren während der Prüfungen verboten. Wenn Schüler dennoch unerlaubte Hilfsmittel verwenden, gilt die Prüfung laut Reglement als nicht bestanden.

Ähnlich handhabt es das Gymnasium St.Antonius in Appenzell während der Maturaprüfungen. Wer an normalen Prüfungen spickt oder anderweitig schummelt, wird unterschiedlich diszipliniert. "Die Strafe liegt dann im Ermessen der Lehrperson", sagt Markus Urech-Pescatore, Rektor des Gymnasium St.Antonius. "Einen automatischen Ausschluss von den Maturaprüfungen gibt es aber nicht." Die Schüler seien mit einer schlechten Note bereits genügend bestraft.

An der Kanti Wil werde ein grosser Aufwand betrieben, um Schummeleien während der Maturitätsprüfungen zu verhindern, sagt Rektorin Doris Dietler Schuppli. Unter anderem müssten auch hier elektronische Geräte sowie Armbanduhren aller Art abgegeben werden. Die strenge Kontrolle sei wohl mit ein Grund, dass kaum Betrugsversuche festgestellt würden. Allerdings gebe es natürlich eine Dunkelziffer.

In St.Gallen nicht automatisch durchgefallen

Nutzen Schüler bei den Maturaprüfungen im Kanton St.Gallen unerlaubte Hilfsmittel oder betrügen auf andere Weise, kann der Rektor sie von der Prüfung verweisen, das Maturitätszeugnis verweigern und verfügen, dass sie erst nach einem Jahr wieder an der Prüfung teilnehmen können. Dies ist im kantonalen Maturitätsprüfungsreglement festgelegt. Eine Rechtsauskunft des Bildungsdepartement präzisiert: Der Rektor könne auch weniger schwerwiegende Massnahmen verfügen.

In den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Thurgau fallen ertappte Betrüger hingegen automatisch durch die Maturitätsprüfung. (tn/jw)