Schuldspruch wegen sexueller Übergriffe

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat im Prozess wegen sexueller Übergriffe an einem Kind den Angeklagten schuldig gesprochen. Das Gericht verhängt eine Bewährungsstrafe.

Reinhold Meier
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mels. Dem Mann war vorgeworfen worden, die Tochter seiner damaligen Partnerin, die mit ihm im gemeinsamen Haushalt lebte, mit Händen und Zunge am ganzen Körper intim berührt, gestreichelt und geküsst zu haben. Dies rund zwölfmal binnen eines Jahres, jeweils im Anschluss an eine Rückenmassage. Das Mädchen war zum Tatzeitpunkt zwölfjährig.

Anklage forderte 24 Monate

Der Mann hatte die Vorwürfe bestritten und als «erstunken und erlogen» bezeichnet. Sein Verteidiger forderte daher einen Freispruch und machte geltend, die Aussagen der heute 17-Jährigen seien widersprüchlich. Die Anklage plädierte hingegen auf schuldig und forderte 24 Monate Freiheitsentzug, bedingt auf zwei Jahre. Sie forderte zusätzlich eine Busse von 3000 Franken.

Opfer ist glaubhaft

Das Gericht hielt die Aussagen des Opfers für glaubhaft. Es sprach den 42-Jährigen schuldig und verurteilte ihn zu einer auf zwei Jahre bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Zudem muss er dem Opfer eine Genugtuung von 4500 Franken zahlen. Auf eine nach neuem Strafrecht mögliche Busse wurde verzichtet, weil die Tat nach altem Recht zu beurteilen war. Im Strafmass blieb das Gericht unter dem Antrag der Anklage. Dies weil sich die Taten «eher im unteren Bereich jener Bandbreite» abgespielt hätten, die das Gesetz für sexuelle Nötigung und sexuelle Handlungen mit einem Kind absteckt und die bis zur Vergewaltigung reichen würde. Das Verschulden sei zweifellos gegeben, hiess es. Es wiege jedoch im Vergleich zu noch gravierenderen Taten nicht derart schwer, wie die Staatsanwaltschaft geltend gemacht habe.

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