Schuldig nach Schmuckraub

Das Kreisgericht Mels hat einen 58jährigen Mann schuldig gesprochen, der zwischen Chur, Sargans und Buchs einen Raub sowie mehrere Einbrüche beging. Er muss ins Gefängnis.

Reinhold Meier
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MELS. Dem Mann war zur Last gelegt worden, im ersten Halbjahr 2011, gemeinsam mit einem Kollegen, insgesamt elf schwere Straftaten begangen zu haben. Die «Zweierbande» spähte Objekte aus und brach dann ein. Dabei entstand nicht nur hoher Sachschaden. Insgesamt machten neun Zivilkläger auch noch rund 44 000 Franken Schaden an Diebesgut geltend.

Besonders schwer ins Gewicht fiel ein bewaffneter Raubüberfall auf eine Bijouterie in Sargans. Hier hatten die Täter sich verstärkt und einen weiteren Mann sowie eine Frau beigezogen. Die Frau und einer der Täter gaben sich als Pärchen auf der Suche nach Ringen aus. Der Dritte bedrohte eine Verkäuferin mit einem Revolver, den er aus einem früheren Einbruch entwendet hatte. Der Angeklagte selbst war im Auto für den Abtransport von Bande und Deliktsgut verantwortlich.

«Massgebliche Rolle»

Zuvor hatte man bereits versucht, einen Raubüberfall auf eine Bijouterie in Chur zu organisieren. Trotz genauer Planung kam etwas dazwischen, so dass man schliesslich in Sargans eine Bijouterie überfiel. Die Anklage warf dem Beschuldigten vor, dass er erheblich an den Taten beteiligt war. «Sie waren zwar nicht der Rädelsführer, spielten aber in der Planung und Ausführung eine massgebliche Rolle.» Und auch die Beute sei gleichmässig verteilt worden. Der Angeklagte zeigte sich bereits in der Untersuchung geständig. «Es tut mir alles sehr leid», gab er denn auch ohne weiteren Kommentar zu Protokoll. Sein Verteidiger betonte zudem, dass keine Rückfallgefahr bestehe. «Die Gesundheit lässt das gar nicht zu.» Es sei sogar fraglich, ob sein Mandant eine Haftstrafe überhaupt antreten könne. «Seine zweite Nierentransplantation verläuft sehr problematisch», sagte der Anwalt.

Geldstrafen werden fällig

Die Anklage forderte 36 Monate Gefängnis, davon seien 18 Monate zu vollziehen. Der Rest sei, bei einer Probezeit von vier Jahren, zur Bewährung auszusetzen. Zudem sollten zwei bedingte Geldstrafen zum Vollzug angeordnet werden. Ferner sollte der Angeklagte die Zivilforderungen anerkennen und die Verfahrenskosten tragen.

Wegen der Geständnisbereitschaft hatten Verteidigung und Anklage im Vorfeld das so genannte abgekürzte Verfahren avisiert. Das Kreisgericht folgte denn auch dem gemeinsamen Antrag. «Die Schuld ist eingestanden, die Strafe angemessen», hiess es. Nebst der Freiheitsstrafe werden somit die beiden Geldstrafen fällig, zudem die Zivilansprüche. Dem Verurteilten legte das Gericht ferner die Verfahrenskosten von insgesamt knapp 31 000 Franken auf. Beide Parteien verzichteten noch im Gerichtssaal auf einen möglichen Rekurs.