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SCHULAUFSICHT: Gerangel um Bildungskosten

Thurgauer Kantonsräte fordern Einsparung beim Amt für Volksschule. Die Regierung droht nun mit Entlassungen.
Thomas Wunderlin

Rund 13 Millionen Franken Aufwand hat das Thurgauer Amt für Volksschule 2018 budgetiert. Mit einer Million Franken weniger müsste es auch gehen, meinen mehrere Kantonsräte von links bis rechts. In einem Vorstoss fordern sie und 60 Mitunterzeichner, die Schulen sollten die von ihnen erhobenen Daten selber aufbereiten, wodurch der Aufwand spürbar reduziert werde. Die Regierung will davon nichts wissen. Man habe bereits mehrere Sparmassnahmen eingeleitet. Allein der «laufende Strukturüberprüfungsprozess» des Amts für Volksschule in den Bereichen Schulaufsicht und Schulevaluation bringe 390000 Franken ab 2020. Da der Vorstoss bereits ab 2019 Massnahmen verlange, sei eine sozialverträgliche Umsetzung nicht möglich. Es müssten rund 520 Stellenprozente abgebaut werden, was sechs Entlassungen bedeute, schreibt der Regierungsrat. Als Folge müsste der Kanton auf «systematische Einblicke ins Unterrichtsgeschehen» verzichten und die Kontakte mit den Schulgemeinden drastisch reduzieren. Dadurch entstehe «die Gefahr, dass gravierende Mängel im Schulgeschehen während einer längeren Zeitspanne unbemerkt blieben». Besonders die Inspektoren könnten viele Konflikte niederschwellig lösen. So würden kostspielige Eskalationen vermieden.

Stellenzahl trotz neuer Aufgaben gesenkt

Eine Leistungsüberprüfung habe nach 2007 «Optimierungen und Kostensenkungen» gebracht, heisst es in der Regierungsantwort. Im Amt für Volksschule sei die Stellenzahl kontinuierlich gesenkt worden, obwohl es 2008 neue Aufgaben im Sonderschulbereich habe übernehmen müssen. Die Motionäre wollen sich dennoch weiter dafür einsetzen, dass das Parlament die Motion überweist. «Es stört mich, dass es jetzt heisst, wir würden offene Türen einrennen», sagt Roland A. Huber (BDP). Die Regierung verliere kein Wort über die Datenaufbereitung bei den Schulen. «Man könnte sie effizient vor Ort aufbereiten und Doppelspurigkeiten vermeiden, wenn sich das Amt nicht so intensiv einbringen würde.» Was die in Aussicht gestellten Entlassungen betreffe, sei unklar, wie die Regierung diese berechne. Die Motion verlange nur, dass 2019 erste Auswirkungen spürbar sein müssten. Die Regierung könne den Zeitplan selber bestimmen. Nach der Rechnung der Regierung würden nur 300000 Franken bis zur geforderten Million fehlen. Dies sei weniger als sechs Stellen.

Thomas Wunderlin

thomas.wunderlin@thurgauerzeitung.ch

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