Schüler müssen zur landesweiten Prüfung antraben

Im Rahmen der Harmonisierung der Volksschule werden derzeit die Mathe-Kenntnisse von 25 000 Schülerinnen und Schülern überprüft.

Roger Braun
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Die kantonalen Unterschiede schwinden: Schweizer Schulkinder sollen künftig dasselbe lernen. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Die kantonalen Unterschiede schwinden: Schweizer Schulkinder sollen künftig dasselbe lernen. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Es ist eine Premiere: In diesen Tagen werden in der ganzen Schweiz Tests durchgeführt, um zu überprüfen, wie gut die Kantone die nationalen Bildungsziele erreichen. 25 000 Schülerinnen und Schüler müssen dazu zum Ende ihrer obligatorischen Schulzeit eine dreistündige Mathematik-Prüfung am Computer ablegen.

1000 Schüler pro Kanton

Verantwortlich für die landesweiten Tests ist die Schweizerische Erziehungsdirektorenkonferenz. «Die Erhebungen sollen zeigen, wie gut die definierten Bildungsziele erreicht werden und was der Stand der Harmonisierung ist», sagt deren Kommunikationsbeauftragte Gabriela Fuchs. Pro Kanton werden 1000 Schülerinnen und Schüler nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, in kleineren Kantonen wie den beiden Appenzell werden alle Schüler der dritten Oberstufe geprüft. Die Examen finden je nach Klasse im Mai oder Juni statt.

Harmonisierung wird konkret

Die Überprüfung der Bildungsziele ist Teil der Harmonisierung der Volksschule in der Schweiz und geht auf eine Abstimmung vor zehn Jahren zurück. Damals sagten 86 Prozent der Stimmbürger Ja zu einer Angleichung der kantonalen Schulsysteme. Nicht nur der Schuleintritt und die Schulstufen wurden inzwischen harmonisiert, sondern weitgehend auch die Bildungsinhalte.

Vor rund fünf Jahren verabschiedete die Erziehungsdirektorenkonferenz nationale Bildungsziele für die Fächer Mathematik, Naturwissenschaften, Muttersprache und zwei Fremdsprachen. Bei drei dieser Fächer soll auch überprüft werden, ob die definierten Ziele erreicht werden: jetzt bei der Mathematik und im nächsten Jahr bei der Muttersprache und einer Fremdsprache.

Schulen gleichen sich an

Die nationalen Bildungsziele flossen auch in die sprachregionalen Lehrpläne ein. In der Deutschschweiz heisst dieser Lehrplan 21 und ist höchst umstritten. In mehr als der Hälfte der Kantone laufen Volksinitiativen. Unterschiedlich wird denn auch der Stand der Harmonisierung der Volksschule beurteilt. Der Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz, Christoph Eymann, zieht eine positive Zwischenbilanz. «Wir können stolz sein, auf das, was wir erreicht haben.» Die Thurgauer SVP-Nationalrätin Verena Herzog widerspricht: «Der Bildungsartikel zur Harmonisierung wurde missbraucht, um im Lehrplan zweifelhafte Schulreformen zu zementieren.»

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 22. Mai.