Schnellzughalt für das Linthgebiet:
Kanton St.Gallen macht Druck in Bern

Das Linthgebiet will eine schnellere Anbindung an den SBB-Fernverkehr. Die St.Galler Regierung arbeitet bereits daran.

Adrian Vögele
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Der Intercity Zürich-Chur soll künftig in Pfäffikon halten. Von der Umsteigemöglichkeit würde der Süden des Kantons St.Gallen profitieren.

Der Intercity Zürich-Chur soll künftig in Pfäffikon halten. Von der Umsteigemöglichkeit würde der Süden des Kantons St.Gallen profitieren.

Branko De Lang/Keystone

Der Süden des Kantons St.Gallen ist zu schlecht an den SBB-Fernverkehr angebunden: Dies kritisieren drei CVP-Kantonsräte in einer Interpellation. Die Agglomeration am oberen Zürichsee habe trotz ihrer 150'000 Einwohner und starker Wachstumsprognose keinen Schnellzughalt. Für Passagiere aus Rapperswil und Umgebung seien zudem die Umsteigezeiten am Hauptbahnhof Zürich oft unpassend. Die Parlamentarier Peter Göldi, Karl Brändle und Erich Zoller schlagen vor, dass der Intercity Zürich-Chur künftig einen Halt in Pfäffikon SZ einlegt, damit das Umsteigen vom Voralpenexpress auf den IC möglich wird. Damit würde sich die Reisezeit für Passagiere aus dem Linthgebiet und dem Toggenburg im Fernverkehr um 30 Minuten verkürzen. Auch Sarganserland und Werdenberg würden von der neuen Verbindung profitieren, heisst es in der Interpellation.

Bei der St.Regierung rennen die drei Kantonsräte offene Türen ein: Sie erkenne die Vorteile eines Fernverkehrsanschlusses in der Agglomeration Obersee und setze sich dafür ein, heisst es in der Antwort auf den Vorstoss.

Bund bemängelte Kosten-Nutzen-Verhältnis

Schon 2014 hatte der Kanton den Intercity-Halt in Pfäffikon beim Bund beantragt – im Hinblick auf den Bahnausbauschritt 2035. Der Bund habe das Begehren aber aufgrund des zu geringen Kosten-Nutzen-Verhältnisses abgelehnt, schreibt die Regierung. Der Kanton bereitet nun die Eingabe für den Ausbauschritt 2040/45 vor. Der IC-Halt in Pfäffikon soll darin gemäss aktuellem Stand erneut beantragt werden. Das Volkswirtschaftsdepartement sei in dieser Sache in intensivem Kontakt mit der SBB, der Südostbahn, dem Bund, den Nachbarkantonen und den St. Galler Bundesparlamentariern.

St.Gallen und Graubünden wollen höheres Tempo

Der zusätzliche IC-Halt in Pfäffikon ist nicht ganz einfach zu realisieren. Die Intercityzüge würden dadurch drei bis vier Minuten Fahrzeit verlieren. Der Verlust müsste hauptsächlich zwischen Pfäffikon und Sargans kompensiert werden. Laut Regierung ist derzeit aber unklar, wie das zu erreichen wäre. Die SBB als Infrastrukturbetreiberin kenne die nötigen Massnahmen nicht. «Sie ist auch nicht gewillt, diese von sich aus zu ermitteln», schreibt die Regierung. Der Kanton St.Gallen verlangt nun vom Bundesamt für Verkehr, dass es die SBB beauftragt, die Abklärungen zu tätigen und mögliche Massnahmen zu ermitteln.

Unabhängig davon arbeitet der Kanton St.Gallen gemeinsam mit Graubünden an einer Studie, die aufzeigen soll, wo es auf der Linie Pfäffikon-Ziegelbrücke-Sargans noch Potenzial für höhere Geschwindigkeiten gibt. Neue Fahrzeitreserven sollen in erster Linie dazu dienen, die Umsteigezeiten in Sargans zu verlängern – das sei dringend nötig, hält die Regierung fest. Zusätzliche Zeiteinsparungen sollen dann für den Halt des Intercity in Pfäffikon genutzt werden.

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