Schnellzug nach Konstanz fährt nun doch

ST. GALLEN. Ab Mitte Dezember können Zugreisende neu in 35 Minuten von St. Gallen nach Konstanz fahren: Täglich verkehren je fünf Züge in beide Richtungen. Bisher dauerte die Reise eine Stunde. Den Kompromiss mit dem Zweistundentakt haben die Kantone St. Gallen und Thurgau eingefädelt.

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ST. GALLEN. Ab Mitte Dezember können Zugreisende neu in 35 Minuten von St. Gallen nach Konstanz fahren: Täglich verkehren je fünf Züge in beide Richtungen. Bisher dauerte die Reise eine Stunde. Den Kompromiss mit dem Zweistundentakt haben die Kantone St. Gallen und Thurgau eingefädelt.

Ausbau für 60 Millionen

60 Millionen Franken wurden im Rahmen des Anschlusses der Schweiz ans Hochgeschwindigkeitsnetz in die Strecke St. Gallen–Konstanz investiert, die auch der S-Bahn St. Gallen dient. Es entstanden die sogenannte SOB-Spange zwischen St. Gallen und Mörschwil sowie neue Kreuzungsstellen in Roggwil-Berg und Uttwil. Auch der Bahnhof Kreuzlingen Hafen wurde ausgebaut.

Im Mai dann die Hiobsbotschaft: Die fahrplanmässige Einführung per Ende Jahr steht auf der Kippe, weil Bern das Geld fehlt. Denn: Bund und Kantone finanzieren den Betrieb des Regionalverkehrs im Schnitt je zur Hälfte. Ein exemplarischer Fall, der zeigt, dass die Politik die Folgekosten von Bahnausbauten im Betrieb zu lange ignoriert hat. Ostschweizer Politiker sprachen von einem «Schildbürgerstreich»: Es sei unsinnig, den Schnellzug an den verhältnismässig geringen Betriebskosten scheitern zu lassen.

Fünf statt acht Züge

Der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth liess aber bereits im Mai durchblicken, dass der Zug wohl noch nicht abgefahren ist – auch ein reduzierter Betrieb sei denkbar. Das wird nun eingelöst, wie aus dem gestrigen Communiqué hervorgeht – zur Freude der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr, die sich für den Spangenzug eingesetzt hatte. Die Kantone St. Gallen und Thurgau haben bei der SBB-Tochter Thurbo fünf statt acht Züge je Richtung ab dem Fahrplanwechsel im Dezember bestellt. Die neuen Züge mit den Thurbo-Gelenktriebwagen fahren ab St. Gallen um 6 Uhr, 8 Uhr, 10 Uhr, 16 Uhr und 18 Uhr – mit Zwischenhalten in Romanshorn und Kreuzlingen.

Die Kosten für die fünf Zugspaare betragen pro Jahr 750 000 Franken. Der Bundesanteil beträgt 39 Prozent, der Kanton Thurgau übernimmt 34, St. Gallen 11 sowie die Stadt und der Landkreis Konstanz 16. Dank günstigerer Offerten auch beim übrigen Angebot im öffentlichen Verkehr werde der Bund die erforderlichen Mittel nun wohl doch bereitstellen. Per Ende 2018 ist dann die stündliche Verbindung angekündigt. (cz)