Schnelles Internet für Innerrhoden: Standeskommission beschliesst Ausbaustrategie

Die Standeskommission Appenzell Innerrhoden hat die «Ausbaustrategie 2025» beschlossen. Ziel ist flächendeckendes, hochverfügbares Kommunikations-Netz, welches auf einem effizienten Glasfasernetz basiert.

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(pd/lw) Die Bedürfnisse beim Zugang zum Internet nehmen ständig zu. Vor allem für Unternehmen sind die verfügbaren Bandbreiten in Appenzell Innerrhoden zunehmend ein Standortnachteil. Die Standeskommission hat daher auf Basis einer vom Volkswirtschaftsdepartement in Auftrag gegebenen Situationsanalyse eine «Ausbaustrategie 2025» beschlossen, wie sie in einem Communiqué schreibt.

Auch in der Vergangenheit war der Versorgung mehrfach Thema. In einem Bericht der Standeskommission an den Grossen Rat vom 11. August 2011 wurde unter anderem festgehalten, dass ein Staatseingriff zugunsten einer flächendeckenden Versorgung für den Kanton Appenzell Innerrhoden nicht finanzierbar sei.

Einfluss auf die Versorgungsdichte könne der Kanton nur in einer Kooperation mit den Elektrizitätsversorgungsunternehmungen oder einem Telekommunikationsunternehmen nehmen. Seither wurde der Glasfaserausbau weitgehend dem Markt überlassen. 

Aufgrund beschränkter Renditeerwartungen entwickelten die Marktteilnehmer wie Swisscom, UPC Cablecom oder die St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) nicht die erwartete Dynamik. Die SAK nahm in ihrem Versorgungsgebiet (Sammelplatz, Haslen und Gonten) Investitionen vor und bietet den Kunden Glasfaseranschlüsse an. Die Feuerschaugemeinde Appenzell realisierte in ihrem Versorgungsgebiet einzelne Anschlüsse für gewerbliche Nutzer.

Mitte 2018 beauftragte Landammann Daniel Fässler im Auftrag der Wirtschaftsförderungskommission eine Beratungsfirma mit der Erarbeitung einer Situationsanalyse zur Hochbreitbanderschliessung im Kanton. Mit Bericht vom 9. April 2019 legten Fredy Brunner, alt Stadtrat von St.Gallen, und die weiteren Studienverfasser die Analyse vor. Der Bericht zeigt auf, dass die Anforderungen an den Zugang zum Internet bei den meisten Haushalten noch erfüllt werden können. «Für Unternehmen sind die verfügbaren Bandbreiten jedoch zunehmend ein ernsthafter Standortnachteil », heisst es in der Mitteilung.

Standeskommission beschliesst Ausbaustrategie 2025

Die Standeskommission hat die Situationsanalyse beraten. Sie sei bestrebt, für die Bevölkerung und die ansässigen Unternehmen gute Rahmenbedingungen schaffen und über einen koordinierten Ausbau des Hochbreitbandnetzes für leistungsfähige Telekommunikationsnetze besorgt zu sein, schreibt sie im Communiqué. Die zu diesem Zweck formulierte «Ausbaustrategie 2025» werde unterstützt und das Volkswirtschaftsdepartement beauftragt, die weiteren Schritte in Angriff zu nehmen.

Ziel der «Ausbaustrategie 2025» ist ein flächendeckendes, hochverfügbares Kommunikations-Netz, welches auf einem effizienten Glasfasernetz basiert und durch eine unterbruchfreie Mobilfunktechnologie ergänzt und überlagert wird. Für die Umsetzung ist die Schaffung einer Koordinationsstelle vorgesehen. 

Dabei gelte es zu beachten, dass derzeit keine gesetzliche Grundlage besteht, um Marktteilnehmer oder andere Körperschaften zur Mitarbeit oder zur Umsetzung zu verpflichten. Die Netzgesellschaften müssten bereit sein, bei der Planung und Umsetzung mitzuwirken und die gegenseitige Interkonnektion zu gewährleisten. Erste Gespräche seien positiv verlaufen.