Starker Schneefall führt in der Ostschweiz zu Chaos auf den Strassen

Am Wochenende ist es in der Ostschweiz aufgrund des Wintereinbruchs zu Dutzenden Verkehrsunfällen gekommen. In der Stadt St.Gallen wurden sechs Personen verletzt. Im Kanton Thurgau verzeichnete die Kantonspolizei über 20 Unfälle. In Waldstatt musste die Appenzellerbahn für zwei Stunden unterbrochen werden.

Tim Naef
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In Rapperswil-Jona ist am Samstagmittag dieses Auto von der Strasse abgekommen. (Bild: Kapo SG)

In Rapperswil-Jona ist am Samstagmittag dieses Auto von der Strasse abgekommen. (Bild: Kapo SG)

Der Winter hat die Schweiz am Wochenende endgültig erreicht. Viele nutzten den Wintereinbruch, um den Schlitten auszupacken, den einen oder anderen Vorgarten schmücken nun Schneemänner. Ein starkes Hoch über dem Atlantik sorgt zurzeit dafür, dass uns viel kalte und feuchte Luft aus dem Norden erreicht, die zu Niederschlägen führt.

Besonders in der Ostschweiz kam es zu heftigen Schneefällen. Spitzenreiter war der Säntis, wo gestern fast zweieinhalb Meter Schnee lagen. In der Stadt St. Gallen haben fast 30 Zentimeter Schnee für chaotische Zustände gesorgt. Von den Schneemassen weitestgehend verschont geblieben ist der Thurgau, wo vor allem Richtung Bodensee kaum bis kein Schnee fiel. In Steckborn meldete die Meteo-Messstation keinen Schnee, in Weinfelden waren es vier und in Arbon immerhin noch zwei Zentimeter.

Im Rheintal schwankten die Schneemengen zwischen vier Zentimetern in Sargans und 20 in Sevelen sowie 13 Zentimetern in Widnau. Mit 73 Zentimetern Neuschnee wurde am Samstag in St. Antönien im Bündnerland auf 1510 Meter über Meer der grösste Neuschneewert gemessen. Selbst in Pusserein auf knapp 1000 Meter fielen 70 Zentimeter. Der viele Neuschnee führte zu zahlreichen Unfällen. In Altstätten stürzte gestern Nachmittag gar ein Hallendach ein. Die Kantonspolizei geht davon aus, dass das Gewicht des Schnees das Dach zum Einsturz brachte. Glücklicherweise sind keine Personen zu Schaden gekommen.

Nachdem die Kantonspolizei St.Gallen am Samstag bis 16 Uhr bereits wegen über 30 Verkehrsunfällen ausrücken musste, «bleibt die Anzahl Unfälle weiterhin kritisch», heisst es in einer Medienmitteilung. Bis am Sonntagmittag seien gegen 20 weitere Unfälle dazugekommen. «Die meisten sind darauf zurückzuführen, dass die Lenkerinnen und Lenker ihre Fahrweise nicht den Strassenverhältnissen angepasst haben», so die Kapo St.Gallen.

Sieben Verletzte in der Stadt St.Gallen

Auch in der Stadt St.Gallen kam es wegen des anhaltenden Schneefalls zu mehreren Unfällen. Dabei wurden sieben Personen verletzt:

  • Auf der Reherstrasse prallte eine Autofahrerin gegen eine Signalisationstafel und verliess den Unfallort. Eine Auskunftsperson informierte die Polizei. Die Verursacherin konnte am Wohnort angetroffen werden.
  • Ein Autolenker verlor auf der Splügenstrasse die Herrschaft über sein Fahrzeug, geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem anderen Auto. Dabei wurden drei Personen leicht verletzt.
  • Auf der Sonnenstrasse brach das Fahrzeugheck einer Lenkerin wegen eines Bremsmanövers aus. Es kam zur Kollision mit einem anderen Auto. Eine Person wurde leicht verletzt. Es entstand grosser Sachschaden. Kurz darauf kam es auf derselben Strasse zu einer Auffahrkollision zwischen zwei Fahrzeugen mit zwei leicht verletzten Personen.
  • Ein Inselschutzpfosten und eine Tafel zweier Verkehrsinseln wurden an der Rosenbergstrasse durch einen Autofahrer umgefahren. Der Lenker verliess die Unfallstelle ohne anzuhalten. Später konnte der Verursacher an seinem Wohnort angehalten werden.
  • Beim Oberen Graben konnte ein Fahrzeuglenker nicht mehr rechtzeitig abbremsen und prallte gegen einen Metallpfosten.
  • Auf der Rehetobelstrasse verlor ein Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug, geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem anderen Auto. Beim Aufprall wurde die Beifahrerin des Unfallverursachers verletzt.

Keine Verletzten im Kanton Thurgau

Bei einem Verkehrsunfall in Wigoltingen entstand hoher Sachschaden. (Bild: Kapo TG)

Bei einem Verkehrsunfall in Wigoltingen entstand hoher Sachschaden. (Bild: Kapo TG)

Zwar gab es im Kanton Thurgau ebenfalls mehrere Unfälle, die Kantonspolizei meldete rund 20 davon, Verletzte gab es aber keine zu beklagen. «Bei sämtlichen Unfällen entstand Sachschaden, Personen wurden nicht verletzt», schreibt die Kantonspolizei Thurgau in einer Medienmitteilung.

Bahnunterbruch in Waldstatt

(Bild: Kapo AR)

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In Appenzell Ausserrhoden vermeldet die Kantonspolizei sechs Unfälle. In Waldstatt verlor eine 29-Jährige die Kontrolle über ihr Fahrzeug und rutschte ein Wiesenbord hinunter. Das Auto kam auf dem Trasse der Appenzeller Bahn zum Stillstand. Der Bahnverkehr musste rund zwei Stunden gesperrt werden.

In Appenzell Innerrhoden blieb es unterdessen eher ruhig. Auf Nachfrage meldet die Kantonspolizei zwei kleinere Unfälle mit Blechschäden.

Diese Woche werde es weiter einwintern, wie Meteo Schweiz auf Anfrage mitteilt. Im Verlauf des Montags liegt die Schneefallgrenze bei 800 Meter, in St. Gallen sei mit einigen Zentimetern Neuschnee zu rechnen, vereinzelt besonders vormittags aber auch mit Regen. Am Dienstag falle die Schneefallgrenze weiter auf 600 Meter. Bis Mittwoch, spätestens Donnerstag dürfte die Schneefallgrenze so weit gefallen sein, dass die Schneedecke durchgehend hält. Dann dürfte auch in der Bodenseeregion kein Fleckchen Boden mehr grün bleiben. In den höheren Lagen, so auch im Bündnerland, bleibt es bis auf Weiteres schneebedeckt.

(Bild: Samson Spagnuolo)
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Alpakas in Güttingen haben ihre Freude am Schnee. (Bild: Desirée Müller)
Alpakas in Güttingen haben ihre Freude am Schnee. (Bild: Desirée Müller)

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