Schnee falsch eingeschätzt?

Der 17jährige Grabser, der am Samstag auf der Gamsalp abseits der präparierten Piste tödlich verunfallte, galt als sehr guter Skifahrer. Der genaue Unfallhergang wird derzeit abgeklärt.

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Wildhaus. Der Jugendliche hatte die präparierte Piste vom Gamserrugg zur Gamsalp verlassen und eine Abfahrt in unmittelbarer Nähe zum Skilift gewählt. Dort stürzte er aus bisher nicht geklärten Gründen schwer und zog sich im steinigen Gelände tödliche Verletzungen zu.

Optimal ausgerüstet

Der Hang ist an der Unglücksstelle nicht lawinengefährdet, jedoch sehr steinig. Der momentan nur spärlich liegende Schnee vermag die Steine nur teilweise schützend abzudecken. Die Windverwehungen der vergangenen Tage erschweren es, die lokale Schneelage einzuschätzen. Der Grabser Jugendliche war mit einer Gruppe von Freunden aus der Region unterwegs und eigentlich optimal ausgerüstet: Er trug Helm und Rückenpanzer. Skifahrer am Skilift hatten seinen Sturz beobachtet und geistesgegenwärtig reagiert. Sie eilten dem bewusstlos im Schnee liegenden Skifahrer zu Hilfe und begannen umgehend mit der Reanimation. Nach wenigen Minuten war bereits ein Pistenpatrouilleur vor Ort und alarmierte die Rega. Diese führte nach ihrem Eintreffen die Herzmassage weiter, konnte aber nicht verhindern, dass der junge Mann noch auf der Unfallstelle starb.

Ein Spezialist des Alpinkaders der St. Galler Kantonspolizei wurde hinzugezogen. Dessen Aufgabe war es, die Unfallstelle zu besichtigen, nach möglichen Spuren zu suchen und Zeugen einzuvernehmen. «Aus diesen Erkenntnissen versuchen wir derzeit, den Unfallhergang zu rekonstruieren», sagte Hans Peter Eugster, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Ob die Risikobereitschaft des Skifahrers aufgrund der Situation unverhältnismässig hoch war, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

Auf sich alleine gestellt

Geschockt vom Vorfall ist Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus. «Es ist sehr tragisch. Dieser Unfall geht uns sehr nahe. Der junge Mann war oft im Funpark anzutreffen und sehr beliebt. Ich wünsche der betroffenen Familie viel Kraft.» Zum Thema Sicherheit befragt, sagt Urs Gantenbein gegenüber dem Tagblatt, dass ein Wintersportler nach dem Verlassen der Pisten grundsätzlich auf sich alleine gestellt sei.

Den Warnfinger mag er trotzdem nicht erheben: Er attestiert den jungen, ambitionierten Fahrern generell eine hohe Sensibilität für das Thema Sicherheit. Die Verantwortlichen des Wildhauser Funparks führten beispielsweise schon Lawinenkurse durch. Mögliche Gefahren werden auf verschiedene Weisen thematisiert. Der Verstorbene selbst war Mitglied des SAC Piz Sol. (ab/kru/jhe)

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