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Schlössli Haggen, St. Gallen: Juwel am Stadtrand

Als sich Hauptmann Johannes Boppart 1642 auf der Hochebene südwestlich der Stadt St. Gallen sein Schlösschen erbaute, war er eben aus spanischen Söldnerdiensten zurückgekehrt.

Als sich Hauptmann Johannes Boppart 1642 auf der Hochebene südwestlich der Stadt St. Gallen sein Schlösschen erbaute, war er eben aus spanischen Söldnerdiensten zurückgekehrt. Nicht gar von so weit, aber auch über einige Berge sind die jetzigen Bewohner angereist: Markus Strässle und Yvonne Pfändler, die seit einem Jahr die Wirtschaft zum Schlössli führen, kümmerten sich zuvor während acht Jahren um das leibliche Wohl von Wanderern und Ausflüglern im Gasthaus Richisau, weit hinten im Klöntal.

Der Wechsel vom Saisonbetrieb im Glarnerland in die Nordostschweiz war aber auch für sie ein bisschen eine Heimkehr: Beide stammen sie aus dem Toggenburg. Dort – nämlich im «Rössli» in Mogelsberg – hatte der seinerzeitige Quereinsteiger Strässle auch im wesentlichen seine Küchen-Sporen abverdient. Das wirkt nach: Das «Schlössli» ist zwar nicht bio, doch Strässle und Pfändler streben eine frische, gesunde und auf regionalen Produkten basierende Küche an. Pommes frites gehören im über 350jährigen Haus nicht zum Standard.

Dafür gibt's Basilikum-Ravioli aus St. Gallen und Bauernhofglace aus Waldstatt.

Eigene Handschrift

Das Haggen-Schlössli ist weniger architektonisches Blendwerk denn ländliches Juwel – und ähnliches lässt sich vom kulinarischen Stil sagen. Die Karte protzt nicht mit einer unübersehbaren Fülle von internationalem Allerlei.

Sie zeugt von einer eigenständigen kulinarischen Handschrift und beschränkt sich auf zehn klug kombinierte Hauptspeisen mit einem unaufdringlichen mediterranen Touch. Die Vorspeisen reichen von Oliven und eingelegten Tomaten über Salate bis zu Basilikum-Ravioli (alles zwischen 6.50 und 11.50), Tagesspezialitäten runden das Angebot ab; mittags gibt es eine separate Karte.

Ortsgerecht tischt Strässle Bratwurst mit Zwiebelsauce und Rösti (19.–) auf, aber auch ein überbackenes Schweinssteak mit Eierschwämmli, Mozzarella, Nudeln und Saisongemüse (27.–) oder Zander auf Zucchettisauce mit Reis und Gemüse (27.–). Wir wählten das Saltimbocca mit Safranrisotto und Gemüse (32.–) und Costini mit Joghurtsauce, Bratkartoffeln und Ratatouille (24.–). Das zarte Kalb überzeugte ebenso wie die kräftigen Schweinsbrustspitzen, besonderes Lob entlockte uns das Ratatouille.

Sehr moderate Preise

Es mag bereits aufgefallen sein: Die Preise sind höchst moderat. Das gilt auch beim Wein. Den Einer Chianti Villa Trasqua gibt's für sage und schreibe 3.60, einen Gevrey-Chambertin 2005 von Philippe Charlopin-Parizot für 72.–. Dominatoren der Weinkarte sind die Schweiz, Italien und Frankreich, aber auch Österreich, Spanien und Griechenland sind mit von der Partie.

Ein Wort zur Dessertkarte: Auch sie ist nicht 08/15, sondern geschickt reduziert mit mancherlei Fruchtglace- und Sorbet-Köstlichkeiten, Honig-Parfait mit Aprikosenkompott (8.50) oder Schoggikuchen Richisau (4.80).

Unser Eindruck: Die drei stimmungsvollen Stuben, die Gartenlaube und die neue Terrasse sind an sich schon Garanten für gemütliches Sein. Die sympathische Betreuung und die schmackhafte, authentische Küche aber machen den Genuss komplett. Beda Hanimann

Schlössli Haggen, St. Gallen Haggenstr. 94, Markus Strässle und Yvonne Pfändler, Tel. 071 277 31 01 Öffnungszeiten: Mo/Di Ruhetag Karte: Mittagsmenus 15.– bis 27.–, 3gängiges Sonntagsmenu 32.–, Hauptgerichte 19.– bis 32.–

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