Schläge im Asylzentrum: Bund greift ein

KREUZLINGEN. Im Asylzentrum Kreuzlingen ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen Asylsuchenden und Securitas-Mitarbeitern gekommen. Dabei hat ein Securitas-Mitarbeiter einen Asylsuchenden ins Gesicht geschlagen.

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KREUZLINGEN. Im Asylzentrum Kreuzlingen ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen Asylsuchenden und Securitas-Mitarbeitern gekommen. Dabei hat ein Securitas-Mitarbeiter einen Asylsuchenden ins Gesicht geschlagen. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) bestätigt den Vorfall, der sich am Mittwoch ereignete. Der Securitas-Mitarbeiter werde ab sofort nicht mehr im Asylzentrum Kreuzlingen eingesetzt, sagte SEM-Sprecher Martin Reichlin. Das hätten das SEM und die Securitas veranlasst.

Ob der Vorfall für den Mitarbeiter weitere Konsequenzen hat, will die Securitas entscheiden, wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, wie Generalsekretär Reto Casutt sagte. Sowohl der betroffene Asylsuchende als auch der Securitas-Mitarbeiter haben laut Casutt Strafanzeige eingereicht.

Streit um Zugangskontrollen

Die Auseinandersetzung drehte sich um die Zugangs- und Austrittskontrollen zum Asylzentrum. Laut dem SEM zeigte sich einer der Asylsuchenden im Verlauf der Diskussion zunehmend aggressiv. Das Sicherheitspersonal habe dann entschieden, den Mann für ein Gespräch ins Zentrum zu begleiten. Daraufhin sei ein Handgemenge entstanden. Dem Sicherheitspersonal sei es gelungen, die Situation zu beruhigen. Beigezogen wurde auch die Kantonspolizei Thurgau.

«Wir dulden keine Übergriffe»

Das SEM hält fest, es stehe für einen fairen und respektvollen Umgang mit allen Personen unter seiner Obhut ein. Es dulde keine Übergriffe, weder von Asylsuchenden noch von Mitarbeitenden. Die Verantwortlichen des SEM und der Securitas diskutierten, wie die Sicherheit im EVZ Kreuzlingen weiter verbessert werden könne.

Das Asylzentrum war bereits im Januar in die Schlagzeilen geraten. Die «Sonntags-Zeitung» veröffentlichte den Bericht eines deutschen Journalisten, der sich als Asylsuchender ausgegeben hatte. Der Undercover-Journalist schilderte Missstände. Unter anderem berichtete er von Gewalt gegenüber Asylsuchenden. Das SEM lässt diese Vorwürfe von alt Bundesrichter Michel Féraud untersuchen. (sda)