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«Schicksalsschläge und die schwierige Stellung alleinerziehender Mütter treffen mich mitten ins Herz» – Im Einsatz für OhO mit Herz und Verstand

Die Beiräte schenken der Weihnachtsaktion jährlich über 200 Stunden ihrer Zeit. Und das mit Freude. Was ist ihnen wichtig, wer sind sie? Wir stellen sie vor – Folge 1. 

Desirée Müller
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Die Oho Beiräte. (Bild: Lisa Jenny)

Die Oho Beiräte. (Bild: Lisa Jenny)

Sechzehn Beiräte prüfen seit der Gründung von «Ostschweizer helfen Ostschweizern» die Gesuche von Menschen in der Region, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Barbara Dürr

Barbara Dürr

Barbara Dürr ist seit 2008 Beirätin und auch nach elf Jahren immer noch gerührt über die Hilfsbereitschaft der Spenderinnen und Spender. Bei der Prüfung der Anträge hat die Bäuerin und St.Galler Kantonsrätin eine eigene Vorgehensweise: «Ich versetze mich in die Menschen hinein, um mir so ein Bild von ihrer Situation zu machen», sagt Barbara Dürr. So versuche sie sich vorzustellen, was die Erfüllung des Wunsches für die Gesuchsteller bedeuten würde. Besonders freut sich die ehemalige Präsidentin des kantonalen Bäuerinnenverbandes St. Gallen, wenn Anträge für die Kosten für Aus- oder Weiterbildungen übernommen werden können. «Ich bin immer für die Hilfe zur Selbsthilfe», so die 56-Jährige aus Gams.

Fachkenntnisse gefragt

Jürg Baumann

Jürg Baumann

Ganz im Sinne von Jürg Baumann, der seit 2012 OhO unterstützt. Er lernte Marianne Kleiner, Beiratspräsidentin, während einer Reise kennen und erfuhr so von der Spendenaktion. «Wegen meiner positiven Reaktion hat sie mich spontan gefragt, ob ich dem OhO-Beirat beitreten möchte», so Baumann. Speziell in einem Fachgebiet ist seine Erfahrung seither sehr hilfreich: Jedes Jahr treffen nämlich sehr viele Anfragen für zahnärztliche Behandlungen ein. Die Notwendigkeit ist oftmals schwer einzuschätzen.

«Ich führte dreissig Jahre lang eine Zahnarztpraxis, und kann die Gesuche mit meinen fachlichen Kenntnissen beurteilen», sagt der St.Galler. Doch nicht nur seine fachliche Meinung ist gefragt: «Meine Aufgabe als Beirat verlangt auch Mitgefühl und Verständnis bei der Abklärung eines Gesuches, wenn ich dieses nach menschlichen, fachlichen und sozialen Kriterien prüfe.» Die Anträge von Sozialämtern und Privaten werden von Baumann und seinen Beiratskolleginnen und Kollegen sorgfältig abgeklärt und falls nötig mit den Behörden besprochen. «Für diese Arbeit benötige ich jährlich über 200 Stunden», sagt Baumann. Doch diese leistet er gerne für den guten Zweck. Die Spendenaktion macht den vierfachen Familienvater auch nachdenklich: «Vor allem plötzliche Schicksalsschläge und die schwierige Stellung alleinerziehender Mütter treffen mich mitten ins Herz», erzählt der Beirat. So sei es einfach nur wunderbar, wenn das Geld der Spender in deren Sinne an Menschen in Not vergeben werde, um diesen in der Weihnachtszeit eine Freude zu bereiten.

Sylvie Manser

Sylvie Manser

Auch Beirätin Sylvie Manser begleiten die Geschichten hinter den Anträgen in ihrem Alltag. Vor allem kleine Gesuche, zum Beispiel für ein Paar neue Schuhe für den Sportunterricht, gehen Manser nahe. «Seit ich 2016 OhO als Beirätin unterstütze, achte ich mehr auf meine Mitmenschen. Ich lebe bewusster und bin unheimlich dankbar für meine gute Gesundheit. Denn diese ist immer noch das höchste Gut», sagt die 57-Jährige. Am liebsten würde die Mitarbeiterin in der Administration eines Holzbaubetriebs allen eine Freude machen und sie unterstützen. Vor allem bei anspruchsvollen Gesuchen geht sie stets mit bewährter Vorgehensweise an die Arbeit: «Ich schlafe zuerst eine Nacht darüber und bearbeite das Gesuch erst einen Tag später. Auch rede ich bei speziellen Anträgen mit meine Kollegen und Kolleginnen des Beirates.»

Ein Dank an die Spender

  Ursula Dünner

Ursula Dünner

Als Ursula Dünner von Marianne Kleiner für das Engagement als Beirätin angefragt wurde, musste sie nicht lange überlegen. «Ich habe spontan zugestimmt, und es seither keine Sekunde lang bereut.» Letztes Jahr bearbeitete die ehemalige Geschäftsleiterin von Pro Senectute Thurgau rund 200 Gesuche von Menschen mit den verschiedensten Wünschen. Vor allem diese von Kindern aus am Existenzminimum lebenden Familien gehen ihr nahe. «Es ist wirklich wunderbar, dass wir alleine durch das grosse Herz all unserer Spenderinnen und Spender so viel bewirken können.»

Unsere OhO-Beiräte (I)

Sie sind die «Wunscherfüller» der Weihnachtsaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern». Wir stellen die sechzehn Beiräte vor, die dafür sorgen, dass mit den Spendengeldern Menschen in der Region ein dringlicher Wunsch erfüllt werden kann. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, welche die Beiräte fordert und gleichermassen mit viel Freude erfüllt. Sie erzählen, was sie berührt und warum sie der Spendenaktion gerne ihre Zeit schenken. (dm)

Leon hat gefeiert und gespendet

Der 12-jährige Leon Minneci hat eine Weihnachtsparty in Trogen organisiert und ein Spendenkässeli aufgestellt. Das Geld liess er der Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern zukommen. Er wollte Menschen in der Region helfen.
Katharina Brenner