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SC Brühl büsst für Fanfeindschaft

ST.GALLEN. Die Fans des FC Aarau hätten mit Cars zum Match gegen Brühl anreisen sollen. Sie kamen per Zug – und erhielten trotzdem Einlass. Der SC Brühl seinerseits ärgert sich über die Sicherheitskosten.
Daniel Walt
René Hungerbühler, Präsident Brühl. (Bild: Hanspeter Schiess)

René Hungerbühler, Präsident Brühl. (Bild: Hanspeter Schiess)

Was bleibt, ist ein Verlustgeschäft. «Normalerweise verzeichnen wir pro Heimspiel Sicherheitskosten von 2000 bis 3000 Franken. Gegen Aarau betrugen sie rund 40'000 Franken», rechnet René Hungerbühler, Präsident des SC Brühl, vor. Auslöser: Die Stadtpolizei hatte aus Angst vor Auseinandersetzungen zwischen Fans des spielfreien FC St.Gallen und des FC Aarau zusätzliche, kostspielige Massnahmen für den Match vom Sonntag verfügt. So war ein Grossaufgebot der Polizei vor Ort, und die Brühler mussten im Stadion mehr private Sicherheitskräfte als sonst einsetzen.

René Hungerbühler, Präsident Brühl. (Bild: Hanspeter Schiess)

René Hungerbühler, Präsident Brühl. (Bild: Hanspeter Schiess)


Brühl wollte nicht in AFG Arena
«Zwischen den Fans des FC St.Gallen und jenen des FC Aarau gibt es eine Feindschaft», sagt Pius Valier, Kommandant der Stadtpolizei St.Gallen. Gestützt auf die Lex Arena, ordnete die Polizei deshalb zusätzliche Massnahmen für den Match der Aarauer bei Brühl an. Mit einfliessen liess sie die Vorfälle nach der Partie der Aarauer in Wil im vergangenen Herbst, als Gästefans Polizisten angegriffen hatten – zwei Beamte waren dabei verletzt worden. «Unser Wunsch war es ursprünglich sogar, den Match Brühl – Aarau in die AFG Arena zu verlegen, weil dort unser Dispositiv eingespielt ist», so Pius Valier. Der SC Brühl habe dies aber abgelehnt.

Brühler Vorschlag: Kombiticket
Brühl-Präsident René Hungerbühler bestätigt, dass die Stadtpolizei im Vorfeld des Spiels den Kontakt zum Verein suchte, um zusätzliche Sicherheitsmassnahmen zu erörtern. Beschlossen wurde unter anderem, dass es keinen Vorverkauf von Tickets geben sollte, damit sich Aarauer Fans nicht bereits im Vorfeld mit Eintrittskarten eindecken konnten. Im Lauf der Gespräche machte Hungerbühler zudem den Vorschlag, die Aarauer Fans sollten per Car anreisen – im Ticket sollte gleich auch der Eintritt inbegriffen sein. Die Stadtpolizei begrüsste diese Idee, die Teil der Verfügung wurde. Kommandant Pius Valier: «Wir wollten verhindern, dass die Aarauer Fans beispielsweise am Hauptbahnhof eintrafen und auf dem Weg zum Stadion mit St.Galler Anhängern aneinander gerieten.»

Pius Valier, Kommandant Stadtpolizei. (Bild: pd)

Pius Valier, Kommandant Stadtpolizei. (Bild: pd)


Kleinster gemeinsamer Nenner
Die St.Galler Polizei hatte die Rechnung allerdings ohne die Aarauer Fans gemacht: Diese weigerten sich, per Car nach St.Gallen zu fahren. Der Sicherheitsverantwortliche des Clubs, Leo Locher: «Wir sind schon immer mit dem Zug in die Ostschweiz gereist.» So auch dieses Mal - und zwar trotz der Verfügung der St.Galler Polizei. Weshalb erhielten die Gästefans schliesslich doch Einlass ins Paul-Grüninger-Stadion? Polizeikommandant Pius Valier: «Am Bahnhof St.Fiden stiegen die Aarauer anstandslos in zwei VBSG-Busse, die sie zum Stadion brachten.» Der Hauptzweck der Verfügung – das Verhindern eines Aufeinandertreffens von Aarauer und St.Galler Fans – sei somit erfüllt gewesen. Die Polizei könne ohnehin nur bedingt Einfluss darauf nehmen, wie Gästefans in ihrer Stadt abreisten - «aber darauf, wie sie vor dem Stadion ankommen», hält Valier fest. Für ihn ist eins klar: Einen Marsch der Aarauer vom Bahnhof St.Fiden zum Stadion hätte die Polizei nicht toleriert - «dann hätten wir sie wohl nicht ins Stadion gelassen.»

«Man weiss nie, was passiert»
Laut Pius Valier kam es im Umfeld des Spiels zu keinerlei Vorfällen, obwohl sich auch rund 30 Fans des FC St.Gallen beim Paul-Grüninger-Stadion einfanden. René Hungerbühler, Präsident des SC Brühl, bezeichnet die von der Polizei angeordneten Massnahmen rückblickend als angemessen - «man weiss ja nie, was passiert.» Er ärgert sich aber beträchtlich darüber, dass die Brühler als unbeteiligte Dritte für die Feindschaft zwischen den Fans des FC St.Gallen und des FC Aarau zur Kasse gebeten worden sind. «Ein Betrag von rund 40'000 Franken ist für einen Verein mit unserem Budget happig», sagt er.

Anzahl Gästefans nicht beschränkt

Die Anzahl zugelassener Gästefans sei auf 200 limitiert worden, war in der Zeitung «Sonntag» zu lesen. Sowohl Pius Valier, Kommandant der Stadtpolizei, als auch Brühl-Präsident René Hungerbühler weisen diese Behauptung als falsch zurück. Hungerbühler: «Unser Gästesektor fasst 200 Personen. Wir wären aber bereit gewesen, ihn zu vergrössern, wenn mehr Aarauer gekommen wären.» Laut Pius Valier hätte die Polizei auch kein Veto dagegen eingelegt. «Im Vorfeld war teils die Rede davon, dass allenfalls bis zu 600 Aarauer kommen würden. Wir haben uns nicht dagegen ausgesprochen», so Valier. Generell habe die Polizei zwar die Befugnis, einen Gästesektor vorsorglich zu schliessen oder zu verkleinern. Das sei in diesem Match aber nicht vorgesehen gewesen. (dwa)

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