SALZKORN
Wie viel hat der Zukunftstag mit der Zukunft zu tun?

Der Zukunftstag ist eine schöne Sache. Sogar Traumberufe wie Fussballprofi konnte man kennen lernen. Aber ist der Name noch korrekt?

David Angst
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Vergangene Woche fand wieder der allseits beliebte Zukunftstag statt. Schülerinnen und Schüler konnten einen Tag lang zuschauen, wie Erwachsene arbeiten. Bei der Wahl des Berufs galt die Devise: The sky is the limit. Ausser Astronaut konnte man fast jeden Beruf wählen. Schauspieler etwa oder Fussballprofi. So empfing auch der FC St.Gallen neun Mädchen und Buben.

Nicht, dass es falsch wäre, wenn ein zwölfjähriges Kind Fussballprofi werden will. Kinder sollen träumen. Trotzdem sollte man mal darüber diskutieren, ob der Name «Zukunftstag» noch zutreffend ist. Das Problem ist, dass es in einigen Jahren die Hälfte aller heutigen Berufe gar nicht mehr geben wird. Das prognostizieren jedenfalls zwei Forscher aus Oxford.

Möge der Profifussballer zur Hälfte gehören, die überlebt. Bei der Journalistin, die den Matchbericht schreibt, ist das weniger wahrscheinlich. Bereits heute werden Schreibroboter eingesetzt, um über Fussballspiele der unteren Ligen zu rapportieren. Wenn diese Roboter erst mal fertig «ausgebildet» sind, dann hat der gute alte Sportreporter wohl ausgedient.

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