Glosse

Salzkorn

Feministinnen wollen den Begriff «Schamlippen» durch «Vulvalippen» ersetzen.

Melissa Müller
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Illustration: Corinne Bromundt

Eine Freundin verschickte neulich die Aufforderung, eine Petition zu unterschreiben: «Weg mit der Scham: Vulvalippen in den Duden!». Zwei Feministinnen wollen den Begriff «Schamlippen» abschaffen. Er gebe eine verschämte Vorstellung von ­Sexualität wieder. «Vulvalippen» passe da besser.

Natürlich fehlt es im Netz nicht an hämischen Kommentaren. Was denn mit dem Schambein sei, will einer wissen. Und plädiert dafür, den «Schambereich» stehen zu lassen: «Damit wir uns immer wieder bewusst werden, respektive uns schämen können, über diesen Sturm im Wasserglas, oder sollte ich sagen, im Urin­becher?»

Papperlapapp. Das Alternativwort hat beste Chancen, sich zu etablieren: Schon fast 40'000 Leute haben die Petition, für die es 50'000 Stimmen braucht, unterschrieben.

Und die Vulvalippen sind nur der erste Schritt in Richtung Enttabuisierung der Geschlechtsorgane. In der Petition wird auch noch vorgeschlagen, die Schamhaare in «Charme­haare» umzutaufen. Wie charmant!