Glosse

Salzkorn

Schutzmasken, WC-Papier und Spaghetti: Corona lehrt uns, dass es gar nicht so schlecht ist, ein paar Sachen an Lager zu haben.

Jürg Ackermann
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Nach Corona wird nichts mehr sein, wie es einmal war. Zumindest in Teilen der Wirtschaft. So hat das von Managern oft benutzte Zauberwort «Just in Time» sehr viel Glanz verloren. Dieses besagt nämlich, dass ein Produkt genau dann beim Kunden eintrifft, wenn es gebraucht wird. Das senkt die Lagerkosten, funktioniert aber nur, wenn die Lieferketten zwischen den Ländern und Kontinenten wie geschmiert laufen.

Das ist seit ein paar Monaten nicht mehr der Fall. Mit Corona haben Staaten und Private gemerkt, dass es gar nicht schlecht ist, ein paar Sachen an Lager zu haben. Wie Schutzmasken, aber auch WC-Papier oder Nudeln. Man weiss ja nie. Was aber, wenn die nächste Pandemie gar nicht kommt? Dann verrottet das alles in den Kellern, bis in Hunderten von Jahren Archäologen darauf stossen und sich fragen, wie das Jahr 2020 wohl war. Ihre Antwort: Fröhlich, unbeschwert und lustig! Die Leute liefen in einer Art Ganzjahresfasnacht in Masken herum, bewarfen sich mit farbigem Papier und feierten fast täglich eine Spaghetti-Party.