Glosse

Salzkorn

Von vermeintlichen modischen Problemen im Home-Office und woran wir tatsächlich scheitern.

Linda Müntener
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Um die Kunden trotz Corona-Lockdown bei der Stange zu halten, muss sich mancher Detailhändler etwas einfallen lassen. Das Modegeschäft PKZ beispielsweise verschickt Tipps für den perfekten Look im Home-Office. Und verspricht Ideen, die den modischen Alltag spannend gestalten. Wir lernen: Schick soll’s sein, darf aber gerne eine entspannte Note haben. Der moderne Home-Office-Mann glänzt am umfunktionierten Esszimmertisch neben Müeslischale, Kleinkind und Wäscheberg im Polo-Shirt. Wenn’s für die Video-Konferenz förmlicher sein muss, greift er zum karierten Leinen-Sakko, slim fit. Den casual friday begeht er in einer himmelblauen Chino-Hose, passend zum Feierabenddrink auf dem Sofa. Stay at home, aber bitte stay fancy.

Abwechslung tut gut in diesen Tagen. Und die Outfits sind zumindest im digitalen Schaufenster schön anzusehen. Nur verkennen die Modeexperten das eigentliche Problem. Man scheitert im Home-Office nicht an der Auswahl im Kleiderschrank. Sondern daran, sich überhaupt eine Hose anzuziehen.