Glosse

Salzkorn

Zu den Gleichstellungsbemühungen der SVP. 

Odilia Hiller
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Illustration: Corinne Bromundt

Illustration: Corinne Bromundt

«Es ist eine Utopie zu glauben, dass es je eine absolute Lohngleichheit geben wird.» Lohnunterschiede zwischen Männlein und Weiblein? Ein natürliches Phänomen!

Schon gar nicht sollte der Staat etwas dagegen unternehmen. Das wäre, als würde man ein Naturgesetz bekämpfen.

So oder ähnlich argumentiert die SVP, wenn es um Gleichstellungsfragen geht. Die Partei hat jüngst alle möglichen Anstrengungen des Bundes mit einem einzigen Argument bekämpft: Es werde schon genug getan für die Gleichstellung.

Eine Spezies Frau allerdings gibt es, die der SVP am Herzen liegt: jene mit Kopftuch.

Es ist der Partei zwar egal, ob diese Exemplare gleich viel verdienen wie Männer. Wichtig ist, dass sie so schnell wie möglich von ihrer Unterdrückung via Kopfbedeckung befreit werden.

Für die eine Frau, die bei der Post mit Kopftuch hinterm Schalter steht, hätte man also schon gerne, dass der Staat etwas unternähme. Am besten mittels Verbot. Was für eine nette Utopie zu glauben, dass es der Partei dabei auch nur ansatzweise um Gleichstellung geht.

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