Glosse

Salzkorn

Solaranlagen auf Stalldächern sollen helfen, die Energiewende in der Schweiz zu schaffen. 

Jürg Ackermann
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Die Schweiz braucht mehr Strom. Weil schon bald das erste Atomkraftwerk vom Netz geht und immer mehr Elektroautos herumfahren, müssen Alternativen her. Experten sind jetzt fündig geworden – auf den Dächern der Bauern. Wenn sämtliche Landwirte in der Schweiz ihre Ställe mit Fotovoltaikanlagen ausrüsten, könnten drei Atomkraftwerke ersetzt werden, rechneten sie gestern im «Sonntagsblick» vor.

Nörgler werden einwenden: Was nützen diese Solarzellen, wenn die Bauern weiterhin so viele rülpsende Kühe halten, die mit ihrem Methanausstoss das Klima massiv belasten? Doch, man glaubt es kaum, auch hier gibt es Hoffnung: Ein kalifornischer Forscher hat dem Kuhfutter in einer kürzlich durchgeführten Studie Algen und Seegras beigemischt. Das Resultat: Die Tiere furzten fortan praktisch klimaneutral, weil sie ihre Nahrung besser verdauten.

Das eröffnet den Landwirten ganz neue Geschäftsfelder: Mit dem selber produzierten Strom können sie künftig hofeigene Algen züchten, die es gerne warm haben. Da soll mal einer sagen, die Landwirtschaft habe keine rosige Zukunft.