Salzkorn
Die Qual der Flaschenwahl

Der Wahlkampf in Deutschland macht auch vor dem Flaschenregal nicht Halt. Da stellt sich die Frage: Kann man den Inhaltsangaben trauen?

Noemi Heule
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Illustration: Corinne Bromundt

Wer in Deutschland zur Flasche greift, macht mitunter ein politisches Statement. Vorausgesetzt, es handelt sich um eine Smoothieflasche. Der Hersteller True Fruits liess seine bunten Fruchtpürees nämlich mit politischer Werbung bedrucken. Vor dem grossen Wahltag widmete er den sechs Bundestagsparteien je eine eigene Flasche.

Die Supermarktkette Edeka reagierte postwendend: Mit dem Vermerk «Rechts ist bei uns kein Platz im Regal» retournierte sie die AfD-Exemplare medienwirksam an den Absender. Braune Smoothies will sowieso niemand trinken, mag man sich gedacht haben.

Vielleicht muss der Supermarkt bald auch die CDU-Flasche aus den Gestellen nehmen. Lächelte der Kanzlerkandidat das Hochwasser kürzlich noch süffisant weg, steht es ihm nun selbst bis zum Hals. Bei der grünen Konkurrenz stellt sich derweil die Frage, ob man dem Kleingedruckten trauen kann.

Am Ende bleibt es dabei: Egal, für welchen Inhalt man sich entscheidet, man kann nur zwischen Flaschen wählen.

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