SALZKORN
Die «Cool Runnings» des Impfens

Die Appenzeller sind in der Ostschweiz die Turbo-Impfer, St.Gallen und der Thurgau liegen im hinteren Teil des Feldes. Was aber zählt, ist der olympische Gedanke.

David Angst
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Israel impft an einem Tag mehr Leute als die Schweiz in drei Wochen. Basel-Stadt hatte letzten Freitag pro 100 Einwohner vier Mal so viele Geimpfte wie St.Gallen und fünf Mal so viele wie der Thurgau. Natürlich wollen alle diese Zahlen wissen. Da kann das Bundesamt für Gesundheit noch lange sagen, Impfen sei kein Wettrennen. Längst kursiert in den Medien der Begriff «Trödlerkantone».

Nur nicht nervös werden. In der Ostschweiz gilt schliesslich der Slogan «Nöd jufle». Und wenn wir schon bei den Slogans sind: Auch beim Impfen gilt das olympische Motto «Dabei sein ist alles». So gesehen könnte man die «Trödler» auch als die «Cool Runnings» des Impfens bezeichnen, in Anlehnung an das jamaikanische Bobteam von 1988. Das würde auch zum tiefgekühlt gelagerten Pfizer-Impfstoff passen.

Und das Wichtigste zuletzt: Impfen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es könnte ja sein, dass den Turbo-Impfern der Sprit ausgeht, bevor sie im Ziel sind beziehungsweise ihre zweite Spritze verabreicht haben. Dann könnten die jetzt verspotteten Trödlerkantone sagen: «Wer zuletzt impft, impft am besten.»