Salzkorn
Den Bauern stinkt's wegen des Schleppschlauchs

Das vom Nationalrat beschlossene Obligatorium spielt den Beitragsoptimierern nicht in die Hand.

Daniel Wirth
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Online - Leben - Kolumnen - Salzkorn

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Den Schweizer Bauern stinkt’s gewaltig. Sie müssen ihre Bschötti ab 2022 mit dem Schleppschlauch ausbringen. Denn Schleppschläuche sind ab dann unerlässlich für den Ökologischen Leistungsnachweis. Der ÖLN wiederum ist ein Minimalstandard für umweltgerechte Landwirtschaft oder, anders gesagt, eine Bedingung für den Erhalt von Direktzahlungen aus Bundesbern.

Das Ganze scheint auf den ersten Blick eine sehr komplexe Angelegenheit zu sein für jenen Teil der Bevölkerung, der nicht agraraffin ist. Dabei ist alles ganz einfach: Wenn Bauern mit dem Güllefass hinten am Traktor bschötten, stinkt das stärker als mit dem Schleppschlauch, und es gelangt mehr umweltschädliches Ammoniak in die Luft.

Landwirte, die heute schon mit dem Schleppschlauch Gülle ausbringen, erhalten Subventionen. Ab 2022 gibt’s keine Beiträge mehr für emissionsmindernde Ausbringverfahren. Es wäre absolut frech, wenn urbane Menschen glaubten, alleine deswegen stinke das Schleppschlauch-Obligatorium den Beitragsoptimierern vom Land.

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