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Summerslide-Unfälle in Steckborn: "Eine Unterschrift hebelt nicht aus, dass der Kunde eine sichere Rutsche erwarten darf"

Die längste Wasserrutsche Europas versprach in Steckborn eine willkommene Abkühlung. Doch es gab mehrere Unfälle, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Frage nach den Verantwortlichen ist auch für den HSG-Rechtsexperten Peter Hettich knifflig.
Kaspar Enz
Die tückische Rutsche Anfang August in Steckborn am Bodensee. (Bild: Reto Martin)

Die tückische Rutsche Anfang August in Steckborn am Bodensee. (Bild: Reto Martin)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Angekündigt war ein spritziges Sommervergnügen: Die grösste Wasserrutsche Europas wurde Anfang Monat in Steckborn aufgestellt. Doch die Rutschfahrt endete für manche im Spital: Es gab je nach Quelle 4 oder 17 Verletzte, darunter gebrochene Rippen und Wirbel – allein am ersten Tag.

So wurde der geplante zweite Tag abgesagt. Wer die Schuld trägt, soll die Thurgauer Staatsanwaltschaft klären. Der nächste Einsatz der Rutsche in Horgen wurde abgesagt.

Juristisch sind viele Fragen offen. Die Beteiligten schieben sich den schwarzen Peter hin und her. Der Veranstalter, die Promotion Tools AG, berief sich auf den TÜV Thüringen, der die Anlage im Mai vor Ort geprüft hatte. Dieser sieht die Stadt Steckborn in der Verantwortung nachzuprüfen.

Neubeurteilung wegen Wasserstand

Nachprüfen wäre wohl angebracht gewesen. Der Wasserstand lag 80 Zentimeter tiefer als im Mai: der vermutete Hauptgrund für die Verletzungen. Wer hätte «Stopp» sagen müssen?

Laut HSG-Rechtsprofessor Peter Hettich wäre es wohl der Erbringer der Dienstleistung, also der Veranstalter. Zumindest lege das Produktesicherheitsgesetz dies nahe.

Allerdings hätten eventuelle Vorbehalte seitens der Hersteller oder Prüfstellen bestehen können – was die Untersuchung klären müsse, sagt Hettich.

Fragwürdig ist auch der Haftungsausschluss, den die Nutzer vor dem Rutschen unterschreiben mussten. «Dieser hebelt nicht die Sicherheitserwartung aus, die ein Konsument an eine solche Rutsche stellen darf», sagt Hettich.

Bessere Regelung bringt nichts

Eher weniger in der Verantwortung sieht Hettich die Stadt Steckborn. Gemeinden genügen für eine Bewilligung für Zirkusse oder Schausteller gewöhnlich eine ausreichende Versicherung oder eine Prüfung durch eine Stelle wie den TÜV. Den Gemeinden selbst fehle gewöhnlich das Fachwissen, um selber nachzuprüfen.

Auch deshalb hält es Hettich nicht für sinnvoll, den Einsatz ähnlicher Anlagen genauer zu regeln. Die Zahl verschiedener Anlagen und Einsatzorte sei zu gross. Er nimmt aber an, die Branche habe aus dem jüngsten Vorfall gelernt. «Ich hoffe, dass der Preis dieses Lernens nicht zu hoch ist und dass alle Verletzten wieder vollständig genesen», sagt Hettich.

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