Ruhe im Dorf, Krach auf der Burg

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Vor dem östlichen Flawiler Ortseingang geht’s scharf links, an einem Betonwerk vorbei, unter der Bahnlinie durch. Wo Auswärtige eher mit einem Industriequartier rechnen würden, zeigt sich unverhofft ein historisches Bijou: der Weiler Burgau. Wohnhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, ein stolzes Rathaus mit Butzenscheiben, verwinkelte Gässchen, plätschernde Brunnen. Solche Orte mit einer Gruppe gut erhaltener Holzhäuser sind rar, Burgau ist ein Schutzobjekt von nationaler Bedeutung. Von der Burg, nach der man wegen des Dorfnamens vielleicht suchen mag, ist hingegen nicht mehr allzu viel übrig – Mauerreste im Wald, einige hundert Meter vom Weiler entfernt. Die Anlage war einst Sitz des Rittergeschlechts Gielen von Glattburg. Im Jahr 1485 überfielen zornige Burgauer und Flawiler die Burg und zündeten sie an – sie wehrten sich gegen die Gefangennahme eines Bauern. Seither hat sich die Lage in Burgau deutlich entspannt. Der Ort ist ruhig, perfekt für eine Pause. Beim Entziffern der Inschriften an den Fassaden kann man wunderbar durchatmen. (av)