RÜCKFÜHRUNG: Rückkehr in Einzelteilen

40 Jahre nach ihrer Befreiung in Mogadischu landet die «Landshut» am Samstag in Friedrichshafen. In den kommenden Monaten soll sie restauriert werden und künftig als Gedenkstätte dienen.

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Vom Flugzeugfriedhof in Brasilien nach Friedrichshafen: Die «Landshut» kehrt zurück. (Bild: Jarbas Oliveira/EPA)

Vom Flugzeugfriedhof in Brasilien nach Friedrichshafen: Die «Landshut» kehrt zurück. (Bild: Jarbas Oliveira/EPA)

Übermorgen Samstag ist es soweit: Die «Landshut» landet 40 Jahre nach ihrer Befreiung in Friedrichshafen. Allerdings in Einzelteilen. Eine Antonow AN 124, das grösste Frachtflugzeug der Welt, wird am Morgen den Rumpf der Landshut einfliegen. Eine Iljuschin 76 bringt gegen Mittag die Tragflächen. Die flugunfähige Maschine wurde von 15 Mitarbeitern der Lufthansa zerlegt, um sie als Frachtgut an den Bodensee zu fliegen.

Die «Landshut» ist eine ehemalige Maschine der Lufthansa, die 1977 von palästinensischen Terroristen entführt wurde. Die Entführer wollten elf inhaftierte Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) freipressen. In Mogadischu konnte das Flugzeug von Spezialeinheiten der GSG 9 befreit werden. Die «Landshut» stand bis 1985 im Dienst der Lufthansa, zuletzt war sie auf einem Flugzeugfriedhof im brasilianischen Fortaleza abgestellt.

Flugzeug als Gedenkstätte

Es wird angestrebt, die «Landshut» zum 40. Jahrestag der Geiselbefreiung am 18. Oktober zusammengeschraubt der Öffentlichkeit zu präsentieren, schreibt der «Südkurier». Das Flugzeug soll in den kommenden Monaten im Dornier-Museum in Friedrichshafen restauriert werden. Von aussen sieht es dann wieder aus wie früher. Die Kabine wird jedoch zu einem Gedenkort ausgebaut. Für die Ausstellung ist auch ein Rahmenprogramm geplant, in dem Zeitzeugen zu Wort kommen sollen. Auch Jürgen Vietor, der ehemalige Co-Pilot der «Landshut», unterstützt die Rückführung des geschichtsträchtigen Flugzeugs.

Laura Widmer

laura.widmer@tagblatt.ch