Rot, so weit das Auge reicht — die Finanzlage der St.Galler Spitäler ist dramatisch

Die St. Galler Spitäler schreiben in den ersten sechs Monaten ein Defizit von 4,3 Millionen Franken. Ende Jahr dürften sie insgesamt 15 Millionen im Minus sein. 

Regula Weik
Drucken
Teilen

Die Halbjahreszahlen der St. Galler Spitäler lassen ein negatives Jahresergebnis erwarten: Ende Jahr dürften alle vier Spitalverbunde rote Zahlen schreiben. Der Spitalverwaltungsrat erwartet ein Defizit von insgesamt 15 Millionen Franken. Anfang Jahr hatte er ein Minus von 22 Millionen budgetiert. Dass das Gesamtergebnis besser ausfallen könnte, ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass das Kantonsspital St. Gallen deutlich besser als erwartet abschneiden dürfte.

4,3 Millionen Franken schreiben die St. Galler Spitäler nach dem ersten Halbjahr rot. Während das Kantonsspital St. Gallen ausgeglichen abschloss, erzielte die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland als einzige ein Plus von 400000 Franken. Ende Jahr, so die aktuelle Prognose, dürfte allerdings auch sie ins Minus rutschen – entgegen der ursprünglichen Erwartung. Das Spital Linth stand zur Jahresmitte mit 1,8 Millionen im Minus. Das grösste Defizit weist Ende Juni, wenig überraschend, die Rechnung der Spitalregion Fürstenland Toggenburg aus mit 2,9 Millionen Franken.

Die Regierung will den Spitälern Wattwil und Wil mit einem Notkredit unter die Arme greifen. Dieser ist an sich unbestritten. Er dürfte aber geringer ausfallen, als es die Regierung geplant hatte (12,7 Millionen); durchsetzen dürfte sich der Vorschlag der vorberatenden Kommission (9,7 Millionen). Das Kantonsparlament berät die Überbrückungshilfe für die Spitalregion Fürstenland Toggenburg in der Session kommende Woche.

«Es braucht weniger Spitalbetten»

Die nun vorliegenden Halbjahreszahlen dürften die Debatte befeuern – und je nach Position dazu dienen, die Notwendigkeit einer neuen Spitalstrategie zu unterstreichen. Felix Sennhauser, Präsident des Spitalverwaltungsrats, hatte bereits vor einem Jahr festgehalten: Künftig brauche es weniger Spitalbetten; gewisse Spitäler würden in der heutigen Form über die Klinge springen müssen.

St. Galler SP fordert: «Spitalimmobilien zurück an den Kanton»

Die Übertragung der Immobilien habe die Spitäler an ihre Grenzen gebracht, halten SP und Grüne an ihrer Fraktionssitzung fest. Gesundheitschefin Heidi Hanselmann plädiert am Anlass ihrer Partei für eine «garantierte und hochstehende Grundversorgung».
Regula Weik

Vorberatende Kommission kürzt Notkredit für Spitäler Wattwil und Wil

12,7 Millionen Franken will die St. Galler Regierung der Spitalregion Fürstenland Toggenburg zukommen lassen, um ihr aus ihrer dramatischen Finanzkrise zu helfen. Anders die vorberatende Kommission des Kantonsparlaments: Sie will die Spitäler Wattwil und Wil nur bis Ende 2020 unterstützen - sie sollen deshalb nur 9,7 Millionen Franken erhalten.
Regula Weik