RORSCHACHERBERG: Fussball, Fanpost, Vorurteile

Am Samstag wird die Miss Ostschweiz 2015, Alessandra Fontanive, das Krönchen an ihre Nachfolgerin weitergeben. Die 20jährige Kauffrau aus Rorschacherberg blickt auf ihr Amtsjahr als schönste Ostschweizerin zurück.

Martin Rechsteiner
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Alessandra Fontanive kurz nach ihrer Wahl zur Miss Ostschweiz. (Bild: Benjamin Manser)

Alessandra Fontanive kurz nach ihrer Wahl zur Miss Ostschweiz. (Bild: Benjamin Manser)

Frau Fontanive, sind Sie traurig, dass Sie nur noch eine Woche lang Miss Ostschweiz sind?

Alessandra Fontanive: Nein, auf keinen Fall. Ich freue mich sogar ein bisschen darauf, das Krönchen abzugeben.

Weshalb?

Fontanive: Es war eine gute Zeit, ich habe viel gelernt, auch über mich selbst. Aber jetzt ist es an der Zeit, dieses Kapitel zu schliessen. Es stehen neue Herausforderungen an. Zum Beispiel meine Lehrabschlussprüfungen ab Montag.

Die Miss Ostschweiz und ihr Krönchen. (Bild: Benjamin Manser)
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Der entscheidende Moment: Die Miss Ostschweiz 2015 Alessandra Fontanive mit der dritt-platzierten Deijanira aus Wattwil, Sekunden nach der Resultatsverkündung. (Bild: Benjamin Manser)
Die Kandidatinnen auf dem Laufsteg. (Bild: Benjamin Manser)
Im Bild: Almedina aus St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)
Alina Binder (mitte) und Alessandra Fontanive (rechts). In diesen Outfits könnte man den Kandidatinnen und der Miss auf der Strasse begegnen. (Bild: Benjamin Manser)
Fussballkolleginnen von Alessandra Fontanive beobachten die Miss Ostschweiz-Wahl von der Tribüne aus. (Bild: Benjamin Manser)
Die Miss in Abendgarderobe. (Bild: Benjamin Manser)
Auf dem Laufsteg hat es kaum Platz für solch pompöse Kleider. (Bild: Benjamin Manser)
Im Bild: Deijanira. (Bild: Benjamin Manser)
Kandidatin Alina Binder in rot. (Bild: Benjamin Manser)
Die Jury Mitglieder Steven Epprecht, die abtretende Miss Ostschweiz Michelle Schmid, Paloma Würth und Rolf Dudli. (Bild: Benjamin Manser)
Blick in die Zuschauerreihen. (Bild: Benjamin Manser)
Bikini-Durchgang in Gold. (Bild: Benjamin Manser)
Bikini-Durchgang an der Finalnacht. (Bild: Benjamin Manser)
Die Wahl fand im Hotel Einstein in St. Gallen statt. (Bild: Benjamin Manser)
Alessandra Fontanive konnte es kaum glauben. (Bild: Benjamin Manse)
Die Krönung von Alessandra Fontanive... (Bild: Benjamin Manser)
...und die ersten Freudentränen. (Bild: Benjamin Manser)
Das ist die Miss Ostschweiz 2015. (Bild: Benjamin Manser)
Dann war Zeit für Gratulationen. (Bild: Benjamin Manser)
Der Gratulationskuss von Freund Adrian Zwick. (Bild: Benjamin Manser)
Alessandra Fontanive ist 19 Jahre jung. (Bild: Benjamin Manser)
Die Miss auf dem Thron. (Bild: Benjamin Manser)
Im Bild: Fussballclub-Kolleginnen fotografieren Alessandra Fontanive. (Bild: Benjamin Manser)
Lächeln für die Presse. (Bild: Benjamin Manser)
Enge Umarmungen von Freunden und Bekannten. (Bild: Benjamin Manser)

Die Miss Ostschweiz und ihr Krönchen. (Bild: Benjamin Manser)

Was haben Sie denn über sich selbst gelernt?

Fontanive: Zum Beispiel, dass ich mich nicht verstellen muss, nur weil ich einen Schönheitstitel trage. Andauernd allen etwas beweisen zu wollen, ist der falsche Weg. Dies würde ich auch meiner Nachfolgerin ans Herz legen.

Wie meinen Sie das?

Fontanive: Mir ist aufgefallen, dass ich in dem Jahr oft auf mein Aussehen reduziert worden bin. Das Klischee «Sieht gut aus, hat aber bestimmt nichts im Kopf» schlug mir oft entgegen.

Wer kennt diese exotisch angehauchte Schönheit? Es ist Rebecca Hubbard - sie war 2002 die schönste Ostschweizerin. (Bild: Susann Basler)
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Erkennen Sie diese Badenixe? Es ist Corinne Schädler, Miss Ostschweiz des Jahres 2012. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Bei dieser Schönheit handelt es sich um Lisa Schneider, Miss Ostschweiz des Jahres 2013. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Auch in Unterwäsche liess sich Corinne Schädler, die Miss von 2012, schon ablichten. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Und jetzt der Reihe nach, beginnend mit der vermutlich letzten Miss Ostschweiz: Alessandra Fontanive, gewählt im April 2015. (Bild: Benjamin Manser)
2014 war mit Michelle Schmid eine Glarnerin an der Reihe. (Bild: Benjamin Manser)
Lisa Schneider war die schönste Ostschweizerin des Jahres 2013. (Bild: Donato Caspari)
2012 hiess die neue Miss Ostschweiz Corinne Schädler. (Bild: Nana do Carmo)
Patricia Rimle hatte 2011 gut lachen - sie wurde Miss Ostschweiz. (Bild: Urs Jaudas)
Michelle Schefer, Miss Ostschweiz des Jahres 2010. (Bild: Ralph Ribi)
Petra Jakob durfte im Jahr 2009 strahlen. (Bild: Coralie Wenger)
Dominique Christinger überzeugte die Jury nicht nur, aber auch im Badekleid - der Lohn: Der Miss-Ostschweiz-Titel 2008. (Bild: Ralph Ribi)
Nadja Kaderli, die Miss Ostschweiz von 2007, zeigt sich verführerisch. (Bild: pd)
Agnes Wildhaber gewann die Wahl im Jahr 2006. (Bild: Ennio Leanza)
Suellen Freitas gewann die Ausmarchung im Jahr 2005. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Im Rampenlicht: Michelle Stahel, Miss Ostschweiz des Jahres 2004. (Bild: Susann Basler)
Angela Lehmann, Miss Ostschweiz des Jahres 2003. (Bild: Philipp Baer)
Rebecca Hubbard gewann die Ausmarchung im Jahr 2002. (Bild: Susann Basler)
Nicole Loser durfte sich 2001 über den Sieg freuen. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Die Milleniums-Miss: Sandra Schläpfer, Gewinnerin im Jahr 2000. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Im Jahr 1999 war die Reihe an einer südländischen Schönheit: Loredana Mangiaracina. (Bild: Michel Canonica)
Im Jahr 1998 holte eine Blondine das Krönchen: Isabelle Weingartner. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Pfiffig: Sandra Dietrich, Siegerin im Jahr 1997. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Schwarzes Haar und volle Lippen: Bettina Hablützel, die schönste Ostschweizerin des Jahres 1996. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Claudia Lässer gewann die Wahl im Jahr 1995 - sie ist mittlerweile eine bekannte Sportmoderatorin. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Myriam Sauter, schönste Ostschweizerin des Jahres 1994. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Petra Baumann setzte sich im Jahr 1993 aufs Thrönchen. (Bild: www.missschweiz.ch)
Cécile Schober schwang im Jahr 1992 obenaus. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Die Miss mit dem exotischen Namen: Nadja Polisensky, Miss Ostschweiz des Jahres 1991. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Im Jahr 1990 holte Karin Hofer das Krönchen. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Dunkle Schönheit: Cassandra Jäger, Miss Ostschweiz des Jahres 1989. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Barbara Risse wurde 1988 zur schönsten Ostschweizerin gekürt. (Bild: miss-ostschweiz.ch)
Susi Ritter wurde 1987 zur schönsten Ostschweizerin gewählt. (Bild: miss-ostschweiz.ch)

Wer kennt diese exotisch angehauchte Schönheit? Es ist Rebecca Hubbard - sie war 2002 die schönste Ostschweizerin. (Bild: Susann Basler)

Haben Sie sich gewehrt?

Fontanive: Ja, zu Beginn schon. Aber das bringt nichts, dieses Vorurteil ist viel zu sehr in den Köpfen verankert. Ich habe gelernt, damit umzugehen.

Sind die vielen Vorurteile auch der Grund, weshalb Sie nun keine Modelkarriere anstreben?

Fontanive: Nein, für mich war schon von Anfang an klar, dass ich nicht in die Model-Branche will. Die Shootings während der Amtszeit haben Spass gemacht. Ich bin aber nicht der Typ, der sich gern vor der Kamera räkelt. Ich verfolgte in dem Jahr andere Ziele.

Welche?

Fontanive: Ich bin lieber für die Menschen da. Ich wollte meinen Titel für soziale Zwecke nutzen.

Und dabei hatten Sie Erfolg?

Fontanive: Ja, sehr. Ich habe zum Beispiel einen Tag bei der Stiftung Waldheim verbracht, einem Ort für Menschen mit Behinderung. Das war wohl das Highlight meines Amtsjahrs. Ich stehe immer noch mit der Stiftung in Kontakt und werde definitiv wieder einmal hingehen.

Was haben Sie an dem Tag erlebt?

Fontanive: Ich habe gemerkt, wie herzlich diese Menschen sind und welch grosse Freude sie haben, wenn sich jemand Zeit nimmt für sie. Ein unglaubliches Gefühl. Wir haben zusammen Fussball gespielt. Das hat grossen Spass gemacht.

Sie sind selber eine talentierte Fussballerin und spielen beim FC Staad. Hatten Sie dafür überhaupt noch Zeit?

Fontanive: Selbstverständlich. Natürlich gab es einige Spiele, an denen ich fehlte. Aber ich bin gut im Planen. Deshalb habe ich es meist geschafft, alle Dinge unter einen Hut zu bringen. In den vergangenen Wochen bin ich aber sowieso ausgefallen.

Warum?

Fontanive: Ich habe mir vor fünf Wochen bei einem Spiel zwei Zehen gebrochen und das Mittelfussband gezerrt. Zurzeit gehe ich an Stöcken. Die bin ich zum Glück aber bald wieder los.

Bei der Wahl vor einem Jahr waren Sie in festen Händen und jetzt sind Sie es immer noch. Wie hat sich das Amtsjahr auf Ihre Beziehung ausgewirkt?

Fontanive: Wir sind immer noch glücklich verliebt. Sollte es irgendwo ein Problem geben, kann man ja miteinander reden. Zudem haben wir es sehr gut geschafft, uns so zu organisieren, dass wir Zeit für uns haben, trotz meiner vielen zusätzlichen Termine.

Gab es keine Eifersucht? Wegen Liebesbriefen von Fans etwa?

Fontanive: Nein, Liebesbriefe im klassischen Sinne habe ich keine erhalten. Aber eine grosse Menge an Fanpost von überall her kam zu mir nach Hause. Ein Brief kam sogar aus Berlin. Das hat mich sehr überrascht.

Und haben Sie geantwortet?

Fontanive: In der Regel habe ich Autogrammkarten zurückgeschickt. Einmal hat mir ein kleines Mädchen aus Schaffhausen einen Brief geschrieben. Das war sehr süss. Darauf habe ich mit einem richtigen Brief geantwortet.

Was werden Sie am Wochenende als Ex-Miss, befreit von Fanpost und Terminen, als Erstes tun?

Fontanive: Leider ist wegen der Lehrabschlussprüfung erst einmal Lernen angesagt. Aber danach gibt's Ferien. Und dann werde ich in Diepoldsau eine Stelle im Bereich Marketing antreten.