Rorschacher Treuhänderin muss 18 Monate absitzen

Schlechte Nachrichten für ein wegen Anlagebetrugs und Geldwäscherei verurteiltes Rorschacher Treuhänder-Ehepaar: Das Bundesgericht weist ihre Beschwerden ab.

Regula Weik
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Rorschach/Lausanne. Die heute 69jährige Treuhänderin kommt hinter Gitter. Sie muss 18 Monate – abzüglich einen Monat Untersuchungshaft – verbüssen. Insgesamt wurde sie zu einer Gefängnisstrafe von 36 Monaten verurteilt, davon die Hälfte bedingt auf eine Probezeit von zwei Jahren. Weniger hart trifft es ihren 73jährigen Ehemann. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten bedingt verurteilt. Hinzu kommt für beide eine Geldstrafe von je 60 Tagessätzen à 200 Franken – zur Hälfte bedingt.

Strafen erhöht

Die Lausanner Richter haben damit die Urteile des St. Galler Kantonsgerichts bestätigt. Dieses hatte im Dezember die Strafen für das Ehepaar erhöht; das, nachdem es vom Bundesgericht – das Ehepaar hatte die Instanz schon einmal angerufen – beauftragt worden war, einen Tatbestand neu zu prüfen und einen zusätzlichen Schuldspruch zu fällen.

Weder zu hart noch zu milde

Gegen die neuen Strafen hatte das Ehepaar Beschwerde beim Bundesgericht erhoben – erfolglos, wie sich nun zeigt. Auch die St. Galler Staatsanwaltschaft war an die Lausanner Richter gelangt – auch sie vergeblich; sie hatte die Strafen als zu mild betrachtet.

Die Lausanner Richter sind nun zum Schluss gekommen, das Kantonsgericht habe «das ihr zustehende Ermessen bei der Strafzumessung nicht verletzt». Weiter heisst es in der Medienmitteilung der St. Galler Staatsanwaltschaft von gestern: «Der Fall ist damit abgeschlossen.»

Tausend Anleger betrogen

Das Rorschacher Treuhänder-Ehepaar gilt als Drahtzieher im wohl grössten Wirtschaftskriminalfall der Ostschweiz. Ihre deliktischen Handlungen gehen zurück auf die Jahre 1988 bis 2003. Die beiden fügten als Teil einer betrügerischen Organisation über tausend, vornehmlich deutschen Anlegern einen finanziellen Gesamtschaden von rund 60 Millionen Franken zu.