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Rorschach: Der A1-Autobahnzubringer rückt näher

Der Masterplan «Autobahnanschluss Plus» findet in der Bevölkerung der Region Rorschach breite Zustimmung. Bis Sommer 2021 soll ein bau- und finanzierungsreifes Projekt vorliegen. Gegner des A1-Anschlusses kritisieren die Behörden allerdings scharf.
Rudolf Hirtl
Im Goldacher Gebiet Witen ist der neue Autobahnanschluss geplant. Flankierende Massnahmen sollen Schleichverkehr in den Quartieren der Stadt am See verhindern. (Bild: Marcel Muttner)

Im Goldacher Gebiet Witen ist der neue Autobahnanschluss geplant. Flankierende Massnahmen sollen Schleichverkehr in den Quartieren der Stadt am See verhindern. (Bild: Marcel Muttner)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Würde heute über den geplanten Autobahnzubringer abgestimmt, der die Zentren von Rorschach, Goldach und Rorschacherberg mit der A1 besser verbinden soll, die Zustimmung wäre gross. Die Ergebnisse der kürzlich präsentierten Vernehmlassung des Masterplans zeigen nämlich, dass das Entwicklungsprojekt «Autobahnanschluss Plus» bei den Bewohnern der drei Seegemeinden gut ankommt.

Bis Ende Oktober des vergangenen Jahres sind über 300 Antworten eingegangen. Rund drei Viertel davon stehen dem Projekt positiv (Ja oder eher Ja) gegenüber. Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach und Vorsitzender der Steuerungsgruppe, zeigt sich denn auch erfreut über die positiven Rückmeldungen und die motivierenden Kommentare aus der Bevölkerung, räumt aber bezüglich der Resultate ein, einigermassen überrascht zu sein.

Die Planung startet noch dieses Jahr

Mit der Verabschiedung des Masterplans «Autobahnanschluss Plus» wird die nächste Projektphase mit detaillierten Projek­tierungsarbeiten ausgelöst. Bis Sommer 2021 soll ein bau- und finanzierungsreifes Projekt vorliegen. Dazu hat der Kanton St. Gallen im April die Ingenieurleistungen ausgeschrieben. Die Planungsarbeiten sollen noch dieses Jahr starten. Die Bevölkerung wird in den Entscheidungsprozess eingebunden. Dafür werden die Stadt Rorschach und die Gemeinde Goldach ihren Vernehmlassungs­beschluss gemäss Artikel 35 des Strassengesetzes fassen. Die Abstimmungen dazu sind bis November 2019 ­geplant. Rorschacherberg wird seine Beteiligung über einen ­Kreditantrag an der Bürgerversammlung beantragen, während in Rorschach und Goldach Urnenabstimmungen nötig sind. (rtl)

Zu Recht, zumal das Entwicklungsprojekt und damit auch der A1-Zubringer nicht etwa im verkehrsgeplagten Goldach (69 Prozent) den mit Abstand höchsten Zuspruch erhält, sondern in Rorschacherberg, wo sich 90 Prozent dafür aussprechen; in Rorschach sind es 77 Prozent. Besonders zu den Stosszeiten sind die langen Blechkolonnen in Richtung Autobahn und der stehende Verkehr vor der Zentrumsbarriere in Goldach nicht zu übersehen.

Das Dorf erstickt vor allem am Feierabend beinahe im Verkehr. Umso erstaunlicher, dass die Zustimmung in Goldach am geringsten ist.

«Die plausibelste Erklärung ist, dass in Goldach viele Direktbetroffene weniger Freude am Autobahnanschluss und den flankierenden Massnahmen haben», sagt Gemperli. Rorschacherberg, wo die Zustimmung am höchsten ist, habe im Gegensatz dazu vor allem Vorteile und kaum Verkehrsprobleme. Fakt bleibe aber, dass Goldach unter dem Strich am meisten vom A1-Zubringer profitieren würde.

Schweizweit die höchste Punktzahl

Das Agglomerationsprogramm St. Gallen-Bodensee erreichte in der Prüfung im schweizweiten Vergleich in Sachen Wirksam-keit das höchste Resultat. Dadurch profitierte die Region von einem Mitfinanzierungsanteil von 35 Prozent.

Das Parlament in Bern wird die Freigabe der Mittel aus dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds im Frühling 2019 beraten. Am Ausgang dieser Beratung hat Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller keinen Zweifel. «Das Projekt ist meiner Meinung nach derart gut aufgegleist, dass dieser Entscheid in Bern nur noch Formsache ist.»

Die Gegner fühlen sich von den Behörden verkauft

Auch wenn die Behörden in der Stadt am See, ein Grossteil der Bevölkerung und auch die IG-Mobil dem A1-Zubringer und den flankierenden Massnahmen positiv gegenüberstehen: Die Gegner lassen kein gutes Haar am Projekt. Am lautesten meldet sich der Verein «Kein 3. Autobahnanschluss Rorschach» zu Wort. Dieser wirft den Gemeindebehörden eine unfaire Informationspolitik vor.

«Das Projekt Rorschach Plus wurde der Bevölkerung in einer nicht zu verantwortenden Einseitigkeit vorgestellt. Die Vorzüge wurden in einer Wohlfühl­broschüre hochgejubelt, kritische Punkte wurden nicht einmal im Ansatz beleuchtet. Dass die Antworten daher mehrheitlich positiv ausfallen, ist nicht erstaunlich», sagt Vorstandsmitglied ­Felix Gemperle.

"Nicht nötig"

Nach Meinung des Vereins kann die Verkehrsmenge in der Agglomeration Rorschach durch das bestehende Strassennetz aufgefangen werden, wenn der Verkehr dank Unterführungen fliesse, wodurch auch die Staus an den Barrieren wegfielen.

Ein zusätzlicher Autobahnanschluss, der wertvolle grüne Gebiete in den betroffenen Gemeinden zerschneide, sei gar nicht nötig. «Die Behörden wollen aber über alternative Lösungen gar nicht ernsthaft diskutieren», so Gemperles Kritik.

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