Wahlen
Patrick Forrer lässt in Salmsach Marina Bruggmann bei der Wahl ums Gemeindepräsidium keine Chance

Der FDP-Gemeinderat gewinnt im ersten Anlauf klar und lässt die SP-Kantonalparteipräsidentin weit hinter sich. So reagieren Gewinner und Verlierer.

Markus Schoch
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Patrick Forrer hat gut lachen: Er schafft die Wahl zum Gemeindepräsidenten problemlos.

Patrick Forrer hat gut lachen: Er schafft die Wahl zum Gemeindepräsidenten problemlos.

Bild: Ralph Ribi

Bereits im ersten Wahlgang ist klar, wer Nachfolger von Martin Haas wird. Die Salmsacherinnen und Salmacher entscheiden sich für Patrick Forrer, der seit Februar dieses Jahres dem Gemeinderat angehört. Der Schulleiter der Schule für Gestaltung in St.Gallen holt bei den Gesamterneuerungswahlen der Behörde am Sonntag 235 Stimmen, mehr als doppelt so viele wie Marina Bruggmann (108).

Die SP-Frau war sieben Jahre Vize-Gemeindepräsidentin von Salmsach und trat wie zwei andere Gemeinderäte 2020 aus Protest gegen die Amtsführung von Martin Haas zurück. Dieser warf zermürbt Ende Juli dieses Jahres schliesslich selber den Bettel hin.

Forrer wird wie Haas auch die Schulkommission präsidieren. Er distanziert in der separaten Wahl Konkurrent und Schulkommissions-Mitglied Jörg Eller ebenso klar wie Bruggmann. Die Salmsacherinnen und Salmacher mussten Forrer in beide Ämter wählen, wenn sie sicher sein wollten, dass er der künftige starke Mann in ihrer Gemeinde sein wird. Forrer hat von Anfang an gesagt, er stehe nur zur Verfügung, wenn er das Doppel-Mandat bekomme.

Fehler des Konkurrenten hilft Forrer

In die Karten gespielt hat ihm, dass niemand Eller darauf aufmerksam gemacht hat, dass er auch im Gemeinderat sitzen muss, wenn er die Schulkommission präsidieren möchte. Bei seiner Wahl am Sonntag wäre es deshalb ziemlich kompliziert geworden. Forrer will diesen Umstand aber nicht überbewertet wissen. «Das war kein entscheidender Punkt.» Er glaube nicht, dass viele ihm die Stimme nur deswegen gegeben hätten, um Rechtssicherheit zu schaffen. «Es ging um Personen, und nicht um Systeme.»

Der Start-Ziel-Sieg sei eine Überraschung für ihn, räumt Forrer.

«Ich habe mit einem zweiten Wahlgang gerechnet. Umso mehr freut es mich, dass es bereits im ersten Anlauf geklappt hat.»

Die breite Unterstützung der Bevölkerung sei eine grosse Motivation für ihn, das Amt Mitte des nächsten Jahres anzutreten.

Bruggmann nimmt das relativ schlechte Ergebnis mit Fassung. Sie sei mässig enttäuscht. «Ich musste damit rechnen aufgrund dessen, was war und was ich gehört habe.» So habe ihr jemand kürzlich gesagt, er werde sie nicht wählen, weil sie in der falschen Partei sei. Und Bruggmann ist keine Mitläuferin. Sie präsidiert aktuell die SP Thurgau.

Auseinandersetzung mit Haas dürfte Bruggmann Stimmen gekostet haben

Marina Bruggmann muss sich geschlagen geben.

Marina Bruggmann muss sich geschlagen geben.

Bild: Mario Testa

Abgesehen davon schuf sich die 47-Jährige nicht nur Freunde in der Gemeinde, als sie mit zwei anderen Gemeinderäten das Zerwürfnis in der Behörde öffentlich machte und immer wieder in den Medien zum Konflikt mit Haas Stellung nahm. Sie sei sich bei ihrer Kandidatur bewusst gewesen, dass ihr Vorgehen nicht von allen goutiert worden sei. Trotzdem habe sie hinstehen und als Gemeindepräsidentin Verantwortung übernehmen wollen.