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ROMANSHORN: Auf dem See fehlt das Kontrollgerät

Die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) AG hatte bislang keine Geräte, um Swisspass-Inhaber kontrollieren zu können. Das ändert sich nun: Das Unternehmen nimmt Ende Monat Geräte in Betrieb.
Sebastian Keller
Um den Swisspass überprüfen zu können, ist ein spezielles Smartphone vonnöten. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Um den Swisspass überprüfen zu können, ist ein spezielles Smartphone vonnöten. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

ROMANSHORN. Die meisten Swisspass-Inhaber haben sich bereits daran gewöhnt: Kommt der Billettkontrolleur im Bus oder im Zug, behändigt er sich des roten Kärtchens, hält es unter sein Smartphone. Dann wartet er einen Augenblick und nickt – meist. Der Kunde bekommt sein Kärtchen zurück und der Kontrolleur weiss, ob jemand über ein GA oder ein Halbtax verfügt. Dieser Handgriff ist nötig, weil auf dem Swisspass nicht – wie bei den früheren ÖV-Karten – aufgedruckt ist, welches Abo jemand besitzt. Das müssen die Kontrolleure nun per Datenbankabfrage prüfen.

Noch keine Geräte auf Schiffen

Das Kontrollpersonal auf den Schiffen der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS) AG hat keine solchen Geräte. Das Personal prüft die Karte mit blossem Blick. Fragt aber beispielsweise noch, ob man nach Langenargen fahre (dorthin wäre das GA nicht mehr gültig). Wie aber kann die SBS feststellen, ob die Passagiere überhaupt ein GA oder ein Halbtax besitzen? SBS-Geschäftsführerin Andrea Ruf sagt auf Anfrage: «Wir vertrauen unseren Kunden.» Zudem könne das Personal schon heute mit der Eingabe der Swisspass-Nummer an einem Computer feststellen, über welches Abo ein Passagier verfüge. Doch auch die SBS rüstet sich mit den Kontrollgeräten aus. «Ab circa Ende Juni sind auch auf unseren Schiffen Geräte im Einsatz, die den Swisspass lesen können.» Sie seien bereits gekauft, aktuell würden sie getestet. Andrea Ruf geht nicht davon aus, dass Missbrauch betrieben worden sei, seit der Swisspass am 1. August 2015 eingeführt wurde.

Wieso die Anschaffung der Geräte bei der SBS etwas länger dauerte als bei anderen Unternehmen, begründet die SBS-Chefin mit der Situation: Das Unternehmen ist auf einem internationalen Gewässer tätig, fährt nach Deutschland und Österreich. Zusammen mit der Bodensee Schiffsbetriebe GmbH betreibt die SBS die Fähre Romanshorn–Friedrichshafen. «Wir mussten uns mit den anderen Unternehmen auf dem See abstimmen und Besonderheiten berücksichtigen», sagt Andrea Ruf.

Swisspass ist weit verbreitet

Andreas Keller, Leiter Kommunikation des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV), sagt auf Anfrage, es gebe nur noch vereinzelt Transportunternehmen, die noch keine Kontrollgeräte für den Swisspass hätten. Über Zahlen verfüge er nicht. «Die Kontrolle ist Sache der Transportunternehmen», sagt er weiter. Diese können beispielsweise auch Stichkontrollen durchführen, so wie das im S-Bahn-Verkehr oder in städtischen Bussen üblich ist. Zudem hätten alle beteiligten Unternehmen – zum Beispiel auch Bergbahnen – die Möglichkeit, sich über einen Computer einzuloggen und dort den Swisspass zu prüfen. Der Kunde selber hat diese Möglichkeit auch: Er kann seinen Swisspass bei vielen Billettautomaten unter den Bildschirm halten und den Button «Scanner» drücken.

Der Swisspass ist weit verbreitet. Aktuell sind über 1,5 Millionen Karten im Umlauf, wie die SBB auf Anfrage sagen. Rund 370 000 Kunden hätten auf ihrem Swisspass ein GA, rund 1,2 Millionen ein Halbtax.

«Nur 1. Klasse auf dem Schiff»

Dass es sich jemand mit einem GA 2. Klasse in der 1. Klasse eines Bodenseeschiffs der SBS gemütlich macht, kann Andrea Ruf schon heute – ganz ohne Kontrollgeräte – ausschliessen. «Wir haben nur 1. Klasse», sagt die SBS-Chefin und lacht. Für die 1. Klasse nach Art der SBS ist auch nur ein Billett für die 2. Klasse nötig.

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