Rolf Erb zieht Urteil weiter ans Bundesgericht

Der Winterthurer Rolf Erb, der letzte Konzernchef der Erb-Gruppe, will seinen Lebensabend nicht im Gefängnis verbringen. Er hat seine Verurteilung zu sieben Jahren Freiheitsstrafe ans Bundesgericht weitergezogen, wie es gestern in Lausanne auf Anfrage hiess.

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Der Winterthurer Rolf Erb, der letzte Konzernchef der Erb-Gruppe, will seinen Lebensabend nicht im Gefängnis verbringen. Er hat seine Verurteilung zu sieben Jahren Freiheitsstrafe ans Bundesgericht weitergezogen, wie es gestern in Lausanne auf Anfrage hiess. Bis heute streitet der 62-Jährige alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Kollaps der Erb-Gruppe ab. Die Schuld schiebt er seinem verstorbenen Vater Hugo zu.

Bilanzen geschönt

Das Zürcher Obergericht hatte Rolf Erb im Januar 2014 wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Gläubigerschädigung schuldig gesprochen und zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Es senkte damit das erstinstanzliche Urteil um ein Jahr, aber nur weil Erb an Herzschwäche leidet und das Verfahren schon zehn Jahre dauert. Nach dem Bezirksgericht sah es auch das Obergericht als erwiesen an, dass Erb während Jahren Bilanzen geschönt hatte, um an neue Bankkredite zu kommen.

Weiterhin im Schloss zu Hause

Kurz bevor die Erb-Gruppe im Jahr 2003 zusammenbrach, schenkte Erb sein Vermögen, darunter Schloss Eugensberg im Thurgau, seinen damals zehn Monate alten Zwillingssöhnen und seiner Partnerin. Bis zum Urteil des Bundesgerichtes und einem allfälligen Umzug ins Gefängnis darf Erb dort Schlossherr bleiben. Die Schweiz kann er aber nicht verlassen. Sein Pass wurde eingezogen. (sda)

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