Rohstoff-Firma Transoilgroup wirft Fragen auf

Ende 2011 vermeldete die kantonale Standortförderung stolz die Ansiedlung der Erdöl- und Technologiefirma Transoilgroup in der Wegelin-Villa im Osten der Stadt St.Gallen.

Drucken
Teilen

Ende 2011 vermeldete die kantonale Standortförderung stolz die Ansiedlung der Erdöl- und Technologiefirma Transoilgroup in der Wegelin-Villa im Osten der Stadt St.Gallen. Die Standortpromotoren und der Volkswirtschaftsdirektor freuten sich über einen Zuzug, der den Wirtschaftsraum sowie das «Image St.Gallens als Cleantech-Standort» stärke.

Schon damals runzelten kritische Leute die Stirn und fragten sich, was für Geschäfte der Rohstoffkonzern mit Sitzen in Nowosibirsk, Minsk, Moskau, Tirana, London und nun eben St.Gallen betreibe, was es mit seiner selbst erklärten ökologischen Ausrichtung auf sich habe und warum er seine Aktien nur auf dem ausserbörslichen und intransparenten Over-The-Counter-Markt (OTC) handle. Zumal Fachleute an der firmeneigenenen Technik zur Förderung von Öl und Erdwärme zweifelten und deren Erfinder, der Deutschkanadier Wolfgang Hertel, wegen Finanzdelikten jahrelang mit internationalem Haftbefehl gesucht war.

Nun will die St.Galler SP in einer Interpellation von der Regierung wissen, was aus der – O-Ton Standortförderung – «stillen Perle» Transoil und ihren angekündigten Kontakten zu den St.Galler Stadtwerken und zur Universität geworden sei und wie es sich mit dem für 2012 versprochenen Ausbau des Standortes von 9 auf 30 Arbeitsplätze stehe. Zwar habe in der Zwischenzeit die erste Generalversammlung der AG stattgefunden und sei Hertel im Oktober aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden. Doch über den Geschäftsgang und die regelmässigen Verlautbarungen der Firma zum Visoka-Ölfeld in Albanien oder die Erteilung neuer Patente sei nichts Näheres zu erfahren.

Mit Verweis auf die schweizweit problematisierte Ansiedlung von Rohstoffkonzernen (etwa im jüngsten Buch der Erklärung von Bern) erkundigt sich die SP nach der steuerlichen Behandlung der Transoilgroup sowie des – 2005 ohne Publizität in St.Gallen angesiedelten – russischen Kohlegiganten Suek AG. Und sie fragt die Regierung nach ihrer Haltung zu heiklen Fragen wie «Steueroptimierungen zulasten Entwicklungsländer» und «Imageschaden für die Schweiz». (mel)

Aktuelle Nachrichten