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Roadshow zur Abstimmung über die Erweiterung der Universität St.Gallen – und keiner geht hin

Ende Juni entscheiden die St.Galler Stimmberechtigten über einen Erweiterungsbau für die HSG. Bis es soweit ist, touren Bildungschef Stefan Kölliker und Bauchef Marc Mächler durch sämtliche Wahlkreise, präsentieren das Projekt - und stellen sich den Fragen des Publikums.
Regula Weik
Wenn Skispringer Simon Ammann nicht gerade durch die Luft fliegt oder an seinem Material tüftelt, studiert er an der HSG. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Wenn Skispringer Simon Ammann nicht gerade durch die Luft fliegt oder an seinem Material tüftelt, studiert er an der HSG. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Sie sind gekommen, um über Platznot zu reden. Über jene der HSG. Für 5000 Studierende sind die Gebäude auf dem Rosenberg konzipiert, über 8600 drängeln sich heute auf dem Stadtsanktgaller Hügel. Legt die Universität St. Gallen weiter zu, müssen sich bald zwei Studenten einen Stuhl teilen.

Das Gedränge kennt auch Simon Ammann. Wenn der Skispringer nicht gerade durch die Luft fliegt oder an seinem Material tüftelt, studiert er an der HSG. Er habe die ersten beiden Semester «noch nicht allzu viel Zeit» auf dem Rosenberg verbracht, sagt er unumwunden. Er ist zeitlich öfter knapp dran, huscht in letzter Minute in den Vorlesungssaal. In der hintersten Reihe findet er meistens noch einen Notsitz, klappt den Laptop dann eben auf seinen Knie auf und lauscht dem Dozenten aus der Tiefe des Audimax. «Der Zeitdruck, der Terminkalender», sagt Ammann erklärend für sein (Zu-)Spätkommen in die Vorlesungen. Spitzensport, Studium und Familie – das sei nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen, auch wenn er das Assessmentjahr, die Basis für das weitere Studium, auf zwei Jahre aufgeteilt hat. Wird er eher das Springen oder das Studium aufgeben? Die Antwort bleibt Ammann schuldig.

Eine andere ist bereits geklärt: Der prominente Toggenburger wird von den Ausbauplänen der Universität St. Gallen kaum profitieren. Am Platztor, am Rande der St. Galler Altstadt, ist ein Erweiterungsbau geplant. 3000 Studierende sollen ab 2027 dort ein- und ausgehen.

HSG-Student und Skispringer Simon Ammann im Gespräch mit dem Nesslauer Gemeindepräsidenten Kilian Looser (links) und dem St.Galler Bauchef Marc Mächler (rechts) (Bild: Adriana Ortiz Cardozo).

HSG-Student und Skispringer Simon Ammann im Gespräch mit dem Nesslauer Gemeindepräsidenten Kilian Looser (links) und dem St.Galler Bauchef Marc Mächler (rechts) (Bild: Adriana Ortiz Cardozo).

Wenig Interessierte am Auftaktabend

An diesem Abend kann von Platznot keine Rede sein. Etwas verloren stehen der mehrfache Olympiasieger, der St. Galler Bildungschef Stefan Kölliker, der St. Galler Bauchef Marc Mächler und der HSG-Verwaltungsdirektor Bruno Hensler im Saal des «Sternen» in Nesslau. Die Gäste lassen sich an einer Hand abzählen. Kein Drängeln um die freien Plätze. Ganz anders als morgens vor der Bibliothek an der HSG. Die dortigen Arbeitsplätze sind begehrt. Die ersten Studierenden bringen sich eine Stunde vor Türöffnung in Position.

Das bleibt den wenigen Interessierten am Auftaktabend der «Campus-Roadshow» durch den Kanton erspart. Wer jemals eine private Sonderinformation durch zwei Regierungsräte gewünscht hatte, kam auf seine Rechnung. Ein paar Zahlen und Kernaussagen von Mächler, Kölliker und Hensler.

Die HSG sei die «günstigste Universität» der Schweiz; sie finanziere sich zur Hälfte selber – und entlaste so den Steuerzahler. Jeder Franken, welcher der Kanton in die HSG investiert, kommt fünffach zurück. Stichwort: Wertschöpfung für die Region; die Rede ist von über 230 Millionen Franken pro Jahr oder 789 Franken pro Einwohner. Der Kanton St. Gallen leistet jährlich 50 Millionen an die HSG – 20 Prozent des Gesamtbudgets der Universität. Die Universität Zürich hat dreimal so viele Studierende wie die HSG; sie erhält jedes Jahr einen Staatsbeitrag von gut 600 Millionen. Der Erweiterungsbau Platztor kostet insgesamt 207 Millionen Franken. Die HSG macht nicht nur die hohle Hand; sie steuert 20 Millionen bei, der Bund 25 Millionen, der Kanton leistet 160 Millionen. Darüber entscheiden die St. Galler Stimmberechtigen am 30. Juni an die Urne.

«Dann ist die Vorlage unumstritten»

Zweifel an den Zahlen oder am Nutzen der Erweiterung? Kritik an den HSG-Verantwortlichen oder der Regierung? Oder freudig mit allem einverstanden? Was die Toggenburgerinnen und Toggenburg über das Bauvorhaben und die Protagonisten denken, behalten sie am Montagabend in ihren eigenen vier Wänden. Kilian Looser, Gemeindepräsident von Nesslau und Kantonsrat, schafft dann Klarheit: «Wenn auf dem Land an einem solchen Anlass niemand kommt, dann ist dies ein gutes Zeichen. Dann ist die Vorlage unumstritten.»

Stationen der Road-Show

Die nächsten Informationsanlässe des überparteilichen Komitees zur Abstimmung über den geplanten Campus Platztor der Universität St.Gallen: Heute Abend: 19.30 Uhr, Stadtsaal in Wil; 20. Mai Region Rheintal und 23. Mai Region St. Gallen.

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