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RISIKOGEBIET OSTSCHWEIZ: Doppelt so viele Hirnhautentzündungen nach Zeckenbissen

FSME, eine Infektionskrankheit durch Zeckenstiche, kommt schweizweit fast doppelt so häufig vor wie noch vor zehn Jahren. In den Kantonen St.Gallen und Thurgau sind es 48 Fälle seit Anfang Jahr.
Hannah Göldi
Die Zecken sind auch im Herbst noch aktiv - und können Krankheiten übertragen. (Bild: Fotolia)

Die Zecken sind auch im Herbst noch aktiv - und können Krankheiten übertragen. (Bild: Fotolia)

Hannah Göldi

hannah.goeldi@tagblatt.ch

Der Herbst in der Ostschweiz ist so schön, wie er es seit langem nicht mehr war. Darüber freuen sich beispielsweise die Pilzsammler, die noch länger im Unterholz nach Prachtexemplaren suchen – und die Zecken, die sich dort verstecken. Neben dem Unterholz halten sich die Blutsauger auch gerne auf Büschen oder Gräsern auf. Besonders in Wäldern der Risikogebiete ist trotz fallender Temperaturen Vorsicht geboten. Zu diesen gehört bekanntlich auch die Ostschweiz.

Schweizweit gibt es etwa 20 Zeckenarten, am weitesten verbreitet ist der Gemeine Holzbock. Der Holzbock ist der Träger zweier Krankheitserreger. Der bedrohlichere namens Früh­sommer-Meningoenzephalitis (FSME) verursacht in manchen Fällen eine Hirnhautentzündung. «Schweizweit sind seit Anfang Jahr bereits 213 Personen nach einem Zeckenstich an der Hirnhautentzündung erkrankt», sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Pro Jahr sterben in der Schweiz ein bis zwei Personen an der Infektionskrankheit. Koch findet die Zunahme der Fälle beunruhigend, genaue Erklärungen dafür gibt es aber nicht. Klar sei aber, dass zu wenig Menschen in der Schweiz sich gegen die Infektion impfen lassen.

29 FSME-Fälle im Kanton St.Gallen

Dem «Sarganserländer» gegenüber teilte das Bundesamt für Gesundheit mit, dass 29 Personen der 213 Personen zur Zeit ihrer Erkrankung im Kanton St.Gallen wohnten. Im Thurgau weicht die Anzahl FSME-Fälle, trotz der zunehmenden Zahlen schweizweit, nicht auffällig von der normalen Anzahl ab. Das sagt Agnes Burkhalter, stellvertretende Kantonsärztin des Kantons Thurgau. «Seit Anfang des Jahres wurden 19 Fälle von FSME bei uns gemeldet.» Nichtsdestotrotz bleibt ein Teil der Ostschweiz ein Risikogebiet für Zecken und für die Krankheit. Dies zeigt eine Grafik des Bundesamts für Gesundheit. Im St.Galler Rheintal und im Kanton Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden jedoch kommt die Infektion weniger häufig vor.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit/Karte: mri

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt allen Personen, welche in Risikogebieten leben, die Impfung. Zum Schutz und zur Prävention von Zeckenstichen hat die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften eine App entwickelt, in der Nutzer das Gebiet, in dem sie gestochen wurden, markieren können. Die Karte zeigt ausserdem die lokale Gefahr anhand einer Skala an. Auch Informationen über das Verhalten bei einem Zeckenstich und über die Biologie gibt es in der App. Mit den üblichen Schutzmassnahmen wie geschlossene Schuhe, lange Hosen und Zeckensprays sollte ein Spaziergang im Wald jedoch ungefährlich sein.

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