Rinderseuche in Ausserrhoden

Bei einer geschlachteten Kuh aus einem Ausserrhoder Landwirtschaftsbetrieb wurde Rindertuberkulose diagnostiziert. Ein Zusammenhang mit den jüngsten Westschweizer Tuberkulosefällen besteht laut Bundesamt für Veterinärwesen nicht.

Michael Genova
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Ein letzter Blick zurück: Kühe mit Rindertuberkulose werden im Schlachthof getötet. (Bild: ky/Jürg Müller)

Ein letzter Blick zurück: Kühe mit Rindertuberkulose werden im Schlachthof getötet. (Bild: ky/Jürg Müller)

HERISAU. Bei der Fleischkontrolle im Schlachthof fielen am Mittwoch dem zuständigen Veterinär verdächtige Knoten auf Brustfell und inneren Organen des Tieres auf. Bei der geschlachteten Kuh wurde Rindertuberkulose festgestellt. Sascha Quaile, der Kantonstierarzt beider Appenzell, liess daraufhin den Landwirtschaftsbetrieb für sämtlichen Tierverkehr mit Nutztieren sperren. Den Namen des betroffenen Betriebes wollte Quaile zum Schutze des Tierhalters nicht bekanntgeben.

Schwierige Ursachenforschung

Alle Kühe des Landwirtschaftsbetriebs sollen im Laufe der nächste Woche auf Tuberkulose getestet werden. «Wir wollen möglichst schnell ein Resultat, sind aber nicht unter vergleichbarem Druck wie bei der Maul- und Klauenseuche», sagt Kantonstierarzt Quaile. Bei der Rindertuberkulose handle es sich um eine chronisch schleichende Infektionskrankheit, die mehrere Jahre unsichtbar bleiben könne. Deshalb sei eine Analyse der Ursachen aufwendig.

Erste Erkenntnisse lieferte die Auswertung der Tierverkehrsdatenbank, in der alle Lebensstationen eines Tiers gespeichert sind. Die kranke Kuh war vier Jahre alt, wurde im Kanton Thurgau geboren und kam über eine Zwischenstation im Kanton St. Gallen in den Ausserrhoder Landwirtschaftsbetrieb. «Es ist schwierig herauszufinden, wann genau sich die Kuh angesteckt hat», sagt Quaile.

Geringes Ansteckungsrisiko

Die Rindertuberkulose ist auf den Menschen übertragbar. Ein Ansteckungsrisiko besteht beim Konsum infizierter Rohmilch oder durch einen direkten Kontakt mit dem Tier. Da der Ausserrhoder Betrieb keine Milch direkt zu Lebensmitteln verarbeite, bestehe über diesen Weg keine Gefahr, sagt Sascha Quaile. Das Ansteckungsrisiko sei allgemein gering. Ernst Graf-Beutler, der Präsident des Ausserrhoder Bauernverbands, reagierte gelassen auf die Nachricht. Mit Tuberkulosefällen habe man Erfahrung, sie tauchten alle paar Jahre auf. «Man muss sie dann eingrenzen und ausmerzen», sagt Graf.

Kein Bezug zur Westschweiz

Eine Verbindung zu den Fällen von Rindertuberkulose, die im Frühjahr in der Westschweiz aufgetreten sind, gibt es laut Regula Kennel vom Bundesamt für Veterinärwesen nicht. Bei der Ausserrhoder Kuh hätten die Laborergebnisse gezeigt, dass sie an einem anderen Tuberkulosetyp erkrankt war als die Westschweizer Tiere.