RHESI: Appell für breiteren Rhein

«Ja-Stimmen nicht ignorieren!» verlangen die St. Galler und Vorarlberger Umweltverbände und meinen die 5000 Unterschriften ihrer Online-Initiative «Rheinraus!» für einen naturnaheren Rhein im Projekt Rhesi.

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«Ja-Stimmen nicht ignorieren!» verlangen die St.Galler und Vorarlberger Umweltverbände und meinen die 5000 Unterschriften ihrer Online-Initiative «Rheinraus!» für einen naturnaheren Rhein im Projekt Rhesi. Viereinhalb Monate ist es her, seit die Gemeinsame Rheinkommission über den Planungsstand informierte (Ausgabe 29.4.2016).

Die Verbände «tappen im Dunkeln, was die Planungen bis zur Projektauflage im 2018 betrifft», schreiben Pro Natura und WWF in einer Medienmitteilung. Die Vorzeichen liessen «keine Zuversicht aufkommen, dass die Minimallösung punkto Gewässerschutz angestrebt wird». Deshalb richten die Umweltschützer erneut einen Appell an das Entscheidungsgremium. Gestern übergaben sie der Kommission im Museum Rheinschauen bei Lustenau die Stimmen für eine ökologischere Rheinlandschaft.

«Es ist noch nicht zu spät, das Ruder rumzureissen», meint Lukas Indermaur vom WWF. Christian Meienberger von Pro Natura fordert, die Kommission möge sich «am technisch Machbaren und nicht an Partikularinteressen orientieren». Und Bianca Burtscher vom Naturschutzbund Vorarlberg meint: «Die Planungen sollen einem Jahrhundertwerk gerecht werden, was umso höhere Ansprüche an den Gewässerschutz stellt. Es ist wichtig, dass die Entscheidungsträger das öffentlich kommunizieren.»

Ein breiteres Flussbett würde die Wassermassen besser ableiten und die Gewässerschutzziele erfüllen, schreiben die Umweltverbände. Das geplante Projekt bleibe «gar hinter den rechtlichen Minimalvorgaben zurück» – dies aufgrund des «eigennützigen Gebrülls einzelner Wasserversorger» und der Bauern. «Dass sich die Naturschützer so vehement wehren müssen, damit die Behörden diese Aufgabe ernst nehmen, ist unfair», heisst es weiter. (mel)