Rheintaler Gastronom schmuggelte 38 Tonnen Ware

Fleisch, Milchprodukte, Früchte, Gemüse: Ein Rheintaler Gastronom hat 38 Tonnen Getränke und Lebensmittel illegal aus dem grenznahen Ausland in die Schweiz importiert. Über Jahre versorgte der Mann seine Betriebe mit der Schmuggelware und hinterzog so Einfuhrabgaben von rund 32'000 Franken.

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Fleischprodukte, Gemüse oder verschiedenen Öle. Der Schmuggel von Lebensmitteln könnte laut Zollfahndnung in nächster Zeit zunehmen. (Bild: Eidgenössische Zollverwaltung)

Fleischprodukte, Gemüse oder verschiedenen Öle. Der Schmuggel von Lebensmitteln könnte laut Zollfahndnung in nächster Zeit zunehmen. (Bild: Eidgenössische Zollverwaltung)

Im Frühjahr 2014 haben Mitarbeiter der Eidgenössischen Alkoholverwaltung in einem Gastrobetrieb unversteuerte Spirituosen aus dem Ausland gefunden. Für weitere Abklärungen wurde aufgrund des Fundes die Zollfahndung beigezogen.

Ware mit Auto über die Grenze gebracht
Wie die Zollkreisdirektion Schaffhausen nun in einer Mitteilung schreibt, ergab die umfangreiche Strafuntersuchung, dass der Rheintaler Gastronom regelmässig im grenznahen Ausland für seine Geschäfte Einkäufe getätigt und diese ohne die erforderliche Zollanmeldung in die Schweiz eingeführt hatte. Wie viele Betriebe der Mann geführt und mit der illegal eingeführten Ware versorgt hat, wollte Jürg Vögeli von der Zollfahndung Heerbrugg, wegen des noch offenen Strafverfahrens nicht sagen.

Innert vier Jahren aber importierte der Mann laut Vögeli 38 Tonnen Getränke und Lebensmittel aller Art. "Der Gastronom führte die Waren in Autos ein", sagt Vögeli. Unter der Schmuggelware befanden sich rund eine Tonne Fleisch- und Fleischwaren, 800 Kilogramm Milchprodukte, drei Tonnen Früchte und Gemüse sowie drei Tonnen Fette und Öle. Der Rheintaler sei vorwiegend vom Vorarlberg über die Ostgrenze eingereist, so Vögeli. So umging er durch sein Vorgehen die Lebensmittelvorschriften und hinterzog Einfuhrabgaben von rund 32'000 Franken.

Welche Strafe den Rheintaler aufgrund seines Vergehens erwartet, kann Vögeli nicht sagen. "Dafür ist derzeit die oberste Zollverwaltung zuständig." Bezüglich der Höhe des Straffmasses müssten verschiedene Punkte beachtet werden, deshalb sei noch unklar, was auf den Gastronomen zukomme.

370'000 Franken Einfuhrabgabe hinterzogen
Der Rheintaler Gastronom ist indes kein Einzellfall. Wegen ähnlicher Vergehen hat die Zollfahndung Heerbrugg seit 2010 in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein insgesamt 36 Strafuntersuchungen durchgeführt. "Wir konnten Restaurants, Imbissstände oder kleinere Lebensmittelgeschäftegegen überführen", sagt Vögeli.

Wie sich bei den Untersuchungen herausstellte, wurden Einfuhrabgaben in der Höhe von 370'000 Franken hinterzogen. Die beschuldigten Personen mussten die Einfuhrabgaben nachträglich entrichten, zudem seien ihnen "empfindliche Bussen" auferlegt worden.

Schmuggel könnte zunehmen
Bei den Untersuchungen hat sich zudem herausgestellt, dass die Lebensmittel grösstenteils ungekühlt transportiert wurden - sogar bei sommerlichen Temperaturen. Bei derartigen Transporten sei die Einhaltung der Kühlkette nicht gewährleistet und die Rückverfolgbarkeit nicht immer nachvollziehbar, wie es weiter in der Mitteilung heisst.

Aufgrund des starken Frankens geht der Jürg Vögeli von der Zollfahndung davon aus, dass der Schmuggel von Lebensmitteln in nächster Zeit zunehmen könnte. "Schon vor dem Euroentscheid war es luktrativ, Ware im Ausland billiger zu beziehen", sagt Vögeli. Der Anreiz, Produkte in die Schweiz zu schmuggeln, sei beim derzeitigen Kurs noch grösser. (red./lex)