Zwischen Tradition und Moderne

An der Ausstellung «Prix Lignum» im Würth-Haus in Rorschach stehen die Rheintaler Beiträge im Zentrum. Das sind der Familienbetrieb Fenk, der für die Erweiterungsbauten prämiert wurde, und der Altstätter Bildhauer Markus Buschor.

Meinrad Gschwend
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Markus Buschor, Jan Ribak, Doris und Ruedi Fenk, Fabio Hager, Erwin Rebmann und Michael Dünner (v. l.) eröffneten die «Prix Lignum»- Ausstellung in Rorschach. (Bild: Meinrad Gschwend)

Markus Buschor, Jan Ribak, Doris und Ruedi Fenk, Fabio Hager, Erwin Rebmann und Michael Dünner (v. l.) eröffneten die «Prix Lignum»- Ausstellung in Rorschach. (Bild: Meinrad Gschwend)

ALTSTÄTTEN/HINTERFORST. Holz ist vielseitig anwendbar; und es passt überall. Das zeigt sich bei der aktuellen Ausstellung im Würth-Haus in Rorschach. Dort werden die Gewinner des «Prix Lignum», Region Ost, vorgestellt – mit einem Schwerpunkt auf die St. Galler Beiträge. Zusätzlich mit «Holz-Beiträgen» aus Kunst, Wald, Handel, Anwendung und Ausbildung.

Der «Prix Lignum» will einen zukunftweisenden Umgang mit Holz fördern und bekannt machen. Zum dritten Mal wurden Preise vergeben. Für die Region Ostschweiz gingen der zweite Hauptpreis sowie drei der neun Anerkennungspreise an Beiträge aus dem Kanton St. Gallen. Der Hauptpreis erhielt die Sägerei Fenkholz in Hinterforst. Die Anerkennungspreise gingen an drei zukunftweisende Neubauten in Holz: Das neue Schifffahrtsamt, Schmerikon, die neue Produktions- und Montagehalle Blumer-Lehmann AG, Gossau, und die neue Markthalle, Sargans.

Wirkung entfalten

«Das sind herausragende Beispiele, die zeigen, dass im Kanton St. Gallen sehr innovativ mit Holz gebaut wird», führte Erwin Rebmann anlässlich der Vernissage aus. Für den Geschäftsführer der Dachorganisation Lignum-Holzkette St. Gallen kann der «Prix Lignum» vor allem dann Wirkung entfalten, wenn die ausgezeichneten Objekte auch einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Deshalb werden die Preisträger an verschiedenen Orten im Kanton vorgestellt. Den Anfang macht die Ausstellung im Würth-Haus in Rorschach.

Von der Kunst bis zur Schraube

Damit es mehr ist als nur eine blosse Wettbewerbs-Präsentation wurde die Ausstellung angereichert. Der Altstätter Bildhauer Markus Buschor, der vor allem mit seinen Holzskulpturen weit über das Rheintal hinaus bekannt ist, zeigt eindrückliche Werke, geschaffen aus einheimischen Fichten und Eichen. Das Kantonsforstamt steuerte einen Stamm aus dem Staatswald bei. Denn Holz soll man auch anfassen und riechen können. Beeindruckend die Modelle von jungen Leuten, die eben ihre Zimmermanns-Ausbildung abgeschlossen haben. Einmal ist es eine Brücke, die von Fabio Hager und Jan Ribak in fast unzähligen Stunden zuerst als Modell und dann als konkretes, 15 Meter langes Objekt aufgebaut wurde. Die Brücke ist seit wenigen Wochen Teil eines Wanderweges oberhalb von Kaltbrunn. Holz Stürm AG, Goldach, zeigt Halbfabrikate aus Holz. Würth präsentiert Schrauben und Werkzeuge, die im Holzbau verwendet werden. Die Holzbaufirmen Nägeli, RUWA und Blumer Lehmann zeigen mit Modellen, wie vielschichtig und ausgeklügelt ein Wandaufbau aus Holz sein kann.

Innovativer Familienbetrieb

Einen besonderen Platz in der Ausstellung erhält der innovative Familienbetrieb Fenk, Hinterforst, der für die Erweiterungsbauten prämiert wurde. «Die Anlage veranschaulicht exemplarisch, wie eine packende Architektur geschaffen werden kann, die auf den Möglichkeiten eines Sägereibetriebes beruht», hielt die Jury fest. Verwendet wurde vorwiegend regionales Holz. Der Bau zeige, wie ein seit Generationen bestehender Betrieb seinen Weg weiterbaue: ökologisch, ökonomisch und architektonisch – und ausschliesslich mit Schweizer Holz.

Die Ausstellung «Prix Lignum» im Würth-Haus in Rorschach dauert bis Mitte Februar.

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