Zwischen Intuition und Institution

WIDNAU. Am fünften Lüthiday des Sponsors saw sprachen fünf erfolgreiche Einzelsportler unter der Leitung von Michael Hasler über das Leben im und neben dem Sport.

Yves Solenthaler
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Stefan Abplanalp, Ski-Nationaltrainer Abfahrt Frauen.

Stefan Abplanalp, Ski-Nationaltrainer Abfahrt Frauen.

Zum fünften Mal führte Tom Lüthis Sponsor den Lüthiday durch. Vor mehreren hundert Gästen sprachen fünf hochkarätige Sportler über ihre Karriere. Geleitet wurde die 90-minütige Podiumsdiskussion von Michael Hasler. Der als Lehrer und Journalist tätige Hasler ist in Marbach aufgewachsen.

Erfolg dank Leidenschaft

«Was können Sportler von der Wirtschaft und die Wirtschaft von Sportlern lernen?», war Haslers erste Frage.

Die Frage wurde nicht sehr vertieft, denn die Wirtschaft hat für Sportler allein die Funktion des Sponsors. Die griffigste Antwort kam von Olympiasiegerin Tanja Frieden: «Die Wirtschaft oder allgemein die Gesellschaft kann von Sportlern lernen, dass es Menschen gibt, die zu 100 % ihren eigenen Weg verfolgen.» Diese Leidenschaft, die die Basis für sportlichen Erfolg darstellt, war das Hauptthema der Diskussion.

Beachvolleyballer Heyer sagte, als Student habe er auch Disziplin gelernt, aber die «unbedingte Leidenschaft konnte ich nur durch den und im Sport lernen.»

Balance dank Fenstern halten

Ob diese der Intuition entspringende Leidenschaft nicht von Verbänden, also Institutionen gebremst werde, wollte Hasler wissen.

Skitrainer Abplanalp hat einen grossen Verband hinter sich, er sagt: «Als Trainer ist es wichtig, konsequent auf einzelne Bedürfnisse der Athletinnen einzugehen.» Seine Lebenspartnerin Frieden meinte: «Mir war es immer wichtig, die eigene Intuition zu verfolgen.» Als noch junge Athletin seien aber festere Strukturen auch für sie wichtig gewesen. Frieden sagte auch, man müsse sich bewusst sein, dass Spitzensport nicht gesund ist: «Man überschreitet zu oft Limiten.»

Deshalb und für die Erhaltung der Balance sei es wichtig, sich Fenster mit anderen Beschäftigungen zu öffnen, sagte Heyer. Ein Beispiel dafür gab Hofmann: «Als Spitzensportler lernt man, alles <voll> zu machen. Das gilt auch für die Freizeit: Wegen nur zwei Bier geht man nicht in die Beiz!»

Tom Lüthi, Motorrad-Weltmeister 2004.

Tom Lüthi, Motorrad-Weltmeister 2004.

Alex Hofmann, ex-MotoGP-Pilot.

Alex Hofmann, ex-MotoGP-Pilot.

Sascha Heyer, Beachvolleyball-Profi, Vize-Weltmeister 2005.

Sascha Heyer, Beachvolleyball-Profi, Vize-Weltmeister 2005.

Tanja Frieden, Snowboard-Olympiasiegerin 2006. (Bilder: ys)

Tanja Frieden, Snowboard-Olympiasiegerin 2006. (Bilder: ys)