Zweimal Nein in Rebstein

Vor den Rebsteiner Stimmbürgern hatte der Rad- und Fussweg sowie das Progy-Projekt keine Chance.

Monika von der Linden
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REBSTEIN. Im Vorfeld der Abstimmung diskutierte die Rebsteiner Bürgerschaft kontrovers über beide Vorlagen. Die Entscheidung, ob die Mehrzweckhalle Progy saniert und erweitert werden soll, verwies die Bürgerversammlung im März an die Urne.

Das Ergebnis hier war eine Ablehnung des Kredits über 4,62 Mio. Franken – 541 Nein- und 508 Ja-Stimmen. «33 Stimmen zu wenig. Das ist mir von der SMS geblieben, die mich am Kletterwochenende erreicht hat», sagte Jürg Litscher, Sprecher der IG Pro Progy, auf Anfrage. «Rebstein hat die Chance verpasst, das Progy-Zentrum für die nächsten zwanzig Jahre fit zu machen.» Es sei in Rebstein schwer, ein Projekt an der Urne durchzubringen, das drei Prozent Steuererhöhung bedeutet. «Zunächst müssen wir die Enttäuschung verdauen. Dann entscheidet die IG Pro Progy, ob sie sich auflöst oder bestehen bleibt.» Klar sei, das Progy müsse saniert werden. Nun stehe man wieder am Startpunkt.

Projekt zurück an die Schule

Der Sanierungsbedarf sei unbestritten, sagte auch Gemeindevizepräsidentin Gaby Hartert auf Anfrage. «Jetzt geht das Projekt zurück an die Schulgemeinde. Ihr gehört das Progy und sie muss bestimmen, wie die Sanierung abläuft.»

Gaby Hartert zeigte sich auch enttäuscht über das Resultat. «Ich habe gemerkt, dass Rebstein gespalten war.» Als sich die IG Pro Progy positiv geäussert hatte und sagte, dass die grossen Vereine hinter dem Projekt stehen, hatte sie wieder auf ein Ja gehofft. «Wir haben etwas verpasst, von dem alle profitiert hätten, Schule, Gemeinde und Vereine.» Gaby Hartert vermutet, die Vorlage wurde wegen des Mehrzweckraumes abgelehnt.

Nur ein Drittel Ja-Stimmen

Zufrieden ist die Vizepräsidentin mit der Ablehnung der Initiative «Sicherer Fuss- und Radweg». Sie erhielt 651 Nein- und 508 Ja-Stimmen. «Aus meiner Sicht ist der Weg überflüssig.» Es sei nur um 500 Meter gegangen. «Die Bürger haben gesehen, die Kosten von 971 000 Franken sind nicht gerechtfertigt.» Der Kanton habe bereits abgelehnt, sich an den Kosten zu beteiligen, weil eine Verbindung der regionalen und kantonalen Radwege bestehe.

Mit nur einem Drittel Ja-Stimmen hatte Elsbeth Rubin nicht gerechnet. Sie hatte die Initiative mit drei Kollegen eingereicht. «Wir sollten mehr für die Jungen machen», sagte sie auf Anfrage.

Enttäuscht ist sie auch darüber, das die ohnehin nötige Sanierung der Strasse in die gleiche Vorlage gepackt wurde. «Das machte das Projekt um 200 000 Franken teurer.»